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Gehstock, Rollator oder Transportstuhl: welche Gehhilfe passt?

Welche Gehhilfe zu welchem Alltag passt, woran Sie merken, dass ein Gehstock nicht mehr reicht, und wer Sie bei der Wahl berät.

Stand: 7 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Gehstock, Rollator oder Transportstuhl: welche Gehhilfe passt?

Wenn das Gehen mühsamer wird

Der Weg zum Bäcker dauert länger als früher, auf dem Rückweg braucht es eine Pause, und im Flur greift die Hand öfter zur Wand. Viele Menschen merken erst nach und nach, dass ihnen beim Gehen etwas Halt fehlt. Oft sprechen auch Angehörige das Thema als Erste an.

Gehhilfen gibt es in sehr unterschiedlichen Formen, vom einfachen Gehstock bis zum Rollator, der sich in einen Transportstuhl umbauen lässt. Dieser Ratgeber ordnet die gängigen Bauarten nach dem Alltag ein, in dem sie gebraucht werden. Er zeigt, woran Sie merken, dass ein Wechsel ansteht, und wer Sie bei der Wahl berät. Welche Hilfe zu Ihnen passt, klären Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Auf einen Blick

Vier Gehhilfen und wofür sie gedacht sind

  • GehstockHalt auf einer Seite, die andere Hand bleibt frei; für kurze Wege mit wenig Unterstützung
  • Unterarmgehstützenpaarweise, oft für eine begrenzte Zeit; der Umgang wird meist angeleitet
  • RollatorHalt mit beiden Händen, Bremsen, Sitz für Pausen und Tasche für den Einkauf
  • Rollator mit Transportstuhlerst selbst gehen, bei nachlassender Kraft sitzen und sich schieben lassen

Der Gehstock: kurze Wege, eine freie Hand

Der Gehstock ist eine schlichte Gehhilfe. Er gibt auf einer Seite zusätzlichen Halt, während die andere Hand frei bleibt, etwa für eine Tasche oder den Handlauf. Für kurze Wege, auf denen Sie nur wenig Unterstützung brauchen, reicht er oft aus. Er ist leicht und kommt überallhin mit.

Auf welcher Seite Sie den Stock führen, hängt davon ab, wo Sie Halt brauchen. Häufig wird er in der Hand gegenüber dem Bein gehalten, das mehr Unterstützung braucht. Lassen Sie sich Länge und Handhabung im Sanitätshaus oder von Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrem Physiotherapeuten zeigen. An seine Grenzen kommt der Gehstock, wenn Sie sich schwer darauf stützen, mit beiden Händen Halt suchen oder längere Wege nur noch mit Pausen schaffen.

Unterarmgehstützen: wofür sie gedacht sind

Unterarmgehstützen, im Alltag oft Krücken genannt, werden meist paarweise benutzt. Hände und Unterarme tragen dabei einen Teil des Körpergewichts. Häufig kommen sie für eine begrenzte Zeit zum Einsatz, wenn ein Bein vorübergehend weniger belastet werden soll. Wie viel Gewicht Sie auf das Bein geben dürfen und welche Gangart passt, legt die behandelnde Praxis fest.

Der Umgang mit Unterarmgehstützen braucht Kraft in Armen und Schultern und etwas Übung, besonders auf Treppen. Meist wird er angeleitet, zum Beispiel von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten. Für den Einkauf und für lange Wege sind die Stützen weniger praktisch: Beide Hände sind belegt, und es gibt weder einen Sitz noch einen Platz für Taschen.

Der Rollator: Halt mit beiden Händen und ein Sitz für Pausen

Ein Rollator ist ein Gehwagen mit Rädern, Handgriffen und Bremsen. Sie schieben ihn mit beiden Händen vor sich her und haben so auf beiden Seiten Halt. Für Pausen gibt es einen Sitz, für Einkäufe eine Tasche. Voraussetzung ist, dass Sie selbst gehen und den Rollator mit den Händen lenken und bremsen können.

Bei ForeverSenior liegt der Sitz des Komfort-Rollators und des Rollators 3-fach faltbar auf 54 cm Höhe. Beide Modelle sind 58 cm breit und laut technischen Daten bis 136 kg belastbar. Mit Stahlrahmen wiegt der Komfort-Rollator 9 kg. Der Rollator 3-fach faltbar hat einen Aluminiumrahmen, wiegt 7,2 kg und misst zusammengefaltet 65 × 35 × 40 cm.

Rollator 3-fach faltbar mit grauer Tasche, Rückenlehne und vier Rädern
Halt mit beiden Händen und ein Sitz für Pausen: der Rollator 3-fach faltbar von ForeverSenior.

Rollator mit Unterarmstützen: eine eigene Bauart

Es gibt auch Rollatoren, an denen Sie sich nicht mit den Händen an Griffen festhalten. Stattdessen legen Sie die Unterarme auf gepolsterte Auflagen und führen das Gerät über die Arme. Das Gewicht verteilt sich dabei auf die Unterarme statt auf die Hände. Diese Bauart ist für Menschen gedacht, die sich lieber mit den Unterarmen abstützen.

Ob ein solches Modell für Sie in Frage kommt, ist eine Frage für die Arztpraxis und das Sanitätshaus. Lassen Sie sich die Höhe der Auflagen einstellen und gehen Sie vor der Entscheidung ein paar Schritte damit. In diesem Ratgeber stellen wir die Bauart nur allgemein vor.

Rollator mit Transportstuhl: gehen und geschoben werden

Manche Wege sind für die eigene Kraft zu lang, etwa ein Ausflug, ein Stadtbummel oder ein weiter Weg durch ein großes Gebäude. Dafür gibt es Rollatoren, die sich in einen Transportstuhl umbauen lassen. Sie gehen zunächst selbst. Lässt die Kraft nach, setzen Sie sich, und eine Begleitperson schiebt Sie weiter.

Beim 2-in-1-Rollator von ForeverSenior dauert der Umbau laut technischen Daten etwa 60 Sekunden, die Fußstützen lassen sich ausklappen. Das Modell wiegt 11,2 kg, ist 60 cm breit und hat eine Federung. Laut technischen Daten ist es bis 136 kg belastbar. Ob dieser Wert auch gilt, wenn Sie im Transportstuhl geschoben werden, steht in der Gebrauchsanweisung; lesen Sie sie vor dem ersten Umbau. Anders als bei einem Rollstuhl, den man selbst antreibt, braucht es beim Transportstuhl immer jemanden, der schiebt.

Im Vergleich

Gehstock, Rollator oder Rollator mit Transportstuhl?

  • Gehstock

    • Ja: eine Hand bleibt frei
    • Ja: leicht und überall dabei
    • Nein: kein Sitz für Pausen
    • Nein: kein Platz für Einkäufe
  • Rollator

    • Ja: Halt mit beiden Händen
    • Ja: Sitz auf 54 cm Höhe (Komfort, 3-fach)
    • Ja: Tasche, beim 3-fach 8 Liter
    • Nein: braucht Platz in Flur und Tür
  • Mit Transportstuhl

    • Ja: gehen und geschoben werden
    • Ja: Umbau in etwa 60 Sekunden
    • Ja: Federung
    • Nein: 11,2 kg schwer, 60 cm breit

Welche Hilfe passt, hängt von Ihren Wegen ab; im Zweifel beraten Arztpraxis und Sanitätshaus.

Technische Daten ForeverSenior (Produktdaten der drei Rollatoren), Stand 10/2026

Wohnung, Einkauf, Ausflug: welche Hilfe wohin passt

Welche Gehhilfe passt, hängt weniger vom Alter ab als von den Wegen, die Sie jeden Tag gehen. Überlegen Sie deshalb, wo Sie die Hilfe vor allem brauchen:

  • In der Wohnung zählen Breite und Wendigkeit. Messen Sie Türen und Flur, bevor Sie sich für einen Rollator entscheiden.
  • Beim Einkauf helfen eine Tasche für die Waren und ein Sitz für die Wartezeit an der Kasse.
  • Für Fahrten mit Auto oder Bahn kommt es auf Gewicht und Faltmaß an. Hier ist der Rollator 3-fach faltbar mit 7,2 kg leichter als Komfort- und 2-in-1-Rollator.
  • Für lange Ausflüge mit Begleitung kommt ein Rollator mit Transportstuhl in Frage.

Anzeichen, dass ein Wechsel ansteht

Eine Gehhilfe, die heute passt, muss nicht für immer passen. Achten Sie auf Veränderungen im Alltag und sprechen Sie sie offen an, auch mit Ihren Angehörigen:

  • Sie legen auf gewohnten Wegen häufiger Pausen ein oder kürzen Wege ab.
  • Sie halten sich in der Wohnung öfter an Möbeln, Türrahmen oder der Wand fest.
  • Sie zögern, allein aus dem Haus zu gehen, oder verschieben Einkäufe und Termine.
  • Sie stützen sich stärker auf den Gehstock als früher, oder die Hand am Stock ermüdet schnell.

Solche Veränderungen sind ein guter Anlass für ein Gespräch in der Arztpraxis. Dort lässt sich klären, ob eine andere Gehhilfe sinnvoll ist und ob hinter den Veränderungen eine Ursache steckt, die untersucht werden sollte.

Kurz-Check

Anzeichen, über eine andere Gehhilfe zu sprechen

Unterwegs

  • Pausen werden häufiger
  • Gewohnte Wege werden kürzer
  • Zögern vor Wegen allein nach draußen

Zu Hause

  • Halt an Möbeln, Türrahmen oder Wand
  • Der Gehstock trägt mehr Gewicht als früher

Im Alltag

  • Einkäufe werden verschoben
  • Termine werden seltener wahrgenommen

Wer bei der Wahl berät

Erste Ansprechpartnerin ist meist die Hausarztpraxis. Sie kennt Ihre Vorgeschichte und kann einschätzen, welche Art von Gehhilfe zu Ihnen passt. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut sieht sich Ihren Gang genauer an und zeigt Ihnen, wie Sie mit der Hilfe gehen, wenden und sich setzen.

Im Sanitätshaus können Sie verschiedene Modelle anfassen und ausprobieren; dort werden Gehstock und Rollator auch auf Ihre Größe eingestellt. Denken Sie vor dem Termin an Ihre Wege: Wie breit sind Ihre Türen, gibt es einen Aufzug, wie oft fahren Sie mit dem Auto oder der Bahn? Mit diesen Angaben lässt sich die Beratung gezielt auf Ihren Alltag ausrichten.

Ausprobieren vor dem Kauf

Eine Gehhilfe muss sich im Alltag bewähren, nicht nur im Geschäft. Probieren Sie sie deshalb so aus, wie Sie sie später nutzen: ein paar Schritte geradeaus, eine Kurve, eine Tür, einmal hinsetzen und wieder aufstehen. Beim Rollator helfen diese Fragen:

  • Können Sie den Rollator selbst falten und anheben, etwa für den Kofferraum?
  • Erreichen Sie Bremshebel und Feststellbremse, ohne umzugreifen?
  • Stehen beide Füße fest auf dem Boden, wenn Sie auf dem Sitz Platz nehmen?
  • Findet der Rollator in Ihrem Flur Platz, wenn Sie ihn nicht brauchen?

Kommt ein neuer Rollator ins Haus, lesen Sie zuerst die Gebrauchsanweisung und stellen danach die Griffhöhe ein. Mit dem Aufbau-Service, den Sie zum Rollator dazubuchen können, kommt er fahrbereit bei Ihnen an.

Zwei Hilfen kombinieren: drinnen und draußen

Viele Menschen nutzen nicht nur eine Gehhilfe. In der Wohnung reicht vielleicht der Gehstock oder der Halt am Handlauf, draußen kommt der Rollator dazu. Für einen langen Ausflug kann ein Modell mit Transportstuhl passen, während im Alltag ein leichterer Rollator genügt.

Am Komfort-Rollator und am 2-in-1-Rollator steckt der Gehstock unterwegs im Stockhalter. So haben Sie ihn für die Stufen am Hauseingang oder für eine enge Stelle zur Hand. Besprechen Sie solche Kombinationen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin bzw. Ihrem Physiotherapeuten. Und prüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob Ihre Hilfen noch zu Ihren Wegen passen.

Medizinprodukt. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.

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