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Mit dem Rollator gehen: Haltung, Tempo, Kurven und Türen
Wie Sie mit dem Rollator aufrecht und in Ihrem Tempo gehen, Kurven und Türen meistern, rückwärts rangieren und in engen Räumen wenden.

Gehen mit dem Rollator lässt sich üben
Ein neuer Rollator fühlt sich in den ersten Tagen oft ungewohnt an. Die Räder rollen schneller als gedacht, die Tür fällt zu, bevor der Rollator hindurch ist, und in der Küche fehlt plötzlich der Platz zum Wenden. Das geht vielen so. Mit etwas Übung wird das meiste nach und nach selbstverständlich.
Dieser Ratgeber setzt dort an, wo der Rollator schon eingestellt ist. Er zeigt, wie Sie aufrecht und in Ihrem Tempo gehen, Kurven und Türen meistern, rückwärts rangieren und in engen Räumen wenden. Maßgeblich für Ihr Modell bleibt die Gebrauchsanweisung. Bei Fragen zur Gehtechnik hilft Ihnen eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut.
Die Haltung: aufrecht und nah am Rahmen
Beim Gehen mit dem Rollator gehört der Körper in den Rahmen, nicht weit dahinter. Halten Sie die Griffe mit leicht gebeugten Ellenbogen und gehen Sie mit den Füßen zwischen den Hinterrädern mit. Wer das Gerät weit vor sich herschiebt, beugt sich nach vorn und hat es schlechter im Griff.
Lassen Sie die Schultern locker und halten Sie den Kopf gerade. Die Hände liegen ohne viel Druck auf den Griffen, die Finger nah an den Bremshebeln. Ihr Gewicht tragen in erster Linie die Beine; der Rollator gibt Halt und Richtung. Stützen Sie sich stark auf die Griffe oder bleibt die Haltung gebeugt, prüfen Sie die Griffhöhe noch einmal oder lassen Sie sie im Sanitätshaus kontrollieren.
Kurz-Check
Haltung prüfen: so gehen Sie mit dem Rollator
Oberkörper
- Aufrecht, Kopf gerade
- Schultern locker
Arme und Hände
- Ellenbogen leicht gebeugt
- Finger nah an den Bremshebeln
Füße
- Zwischen den Hinterrädern
- Nicht weit hinter dem Rollator
Blick
- Einige Schritte voraus auf den Weg
- Nicht auf Räder oder Füße
Blick und Schrittlänge
Viele schauen am Anfang auf die Räder oder auf die eigenen Füße. Richten Sie den Blick lieber einige Schritte voraus auf den Weg. So sehen Sie Kanten, Pfützen oder Hindernisse früh und können rechtzeitig bremsen oder ausweichen.
Gehen Sie mit gleichmäßigen Schritten in Ihrer gewohnten Länge. Sehr kleine, schlurfende Schritte bremsen den Fluss, sehr große lassen den Rollator vorauslaufen. Schieben Sie ihn nur so weit, wie Ihr nächster Schritt reicht, und folgen Sie ihm. Rollator und Füße bewegen sich so im gleichen Takt, und die Arme müssen nicht ziehen oder drücken.
Das eigene Tempo finden
Ein richtiges oder falsches Tempo gibt es nicht. Gehen Sie so schnell, wie Sie sich wohlfühlen und den Rollator gut im Griff behalten. Auf ebenen Wegen in der Wohnung darf es etwas zügiger sein, draußen auf unebenem Pflaster oder an Gefälle langsamer.
Lassen Sie sich nicht drängen, etwa an der Kasse oder an einer Ampel. Planen Sie für Ihre Wege lieber etwas mehr Zeit ein. Werden Sie unterwegs müde, legen Sie früh eine Pause ein und warten Sie nicht, bis die Kraft ganz nachlässt. Bergab bremsen Sie mit der Handbremse leicht mit, damit der Rollator nicht schneller wird als Sie.
Kurven und Wenden
Kurven gehen Sie am besten in einem weiten Bogen. Gehen Sie mit dem Rollator mit, statt nur den Oberkörper zu drehen, während die Füße stehen bleiben. Wird der Bogen enger, helfen kleine Schritte zur Seite.
Zum Wenden auf engem Raum, etwa im Flur oder in der Küche, halten Sie zuerst an. Dann drehen Sie sich in kleinen Schritten und nehmen den Rollator dabei mit, sodass Sie zwischen den Griffen bleiben. Den Rollator 3-fach faltbar können Sie laut Produktbeschreibung um 360° drehen, das hilft in schmalen Fluren. Üben Sie das Wenden zuerst dort, wo viel Platz ist.

Türen öffnen und durchgehen
Türen sind für viele eine echte Hürde im Alltag. Wichtig ist, nicht gleichzeitig zu öffnen, zu gehen und zu schieben. Gehen Sie lieber Schritt für Schritt vor:
- Halten Sie kurz vor der Tür an und legen Sie bei Bedarf die Feststellbremse ein.
- Öffnen Sie die Tür mit einer Hand, die andere bleibt am Griff.
- Lösen Sie die Bremse und schieben Sie den Rollator durch die Öffnung.
- Gehen Sie hinterher, bis Sie ganz durch die Tür sind.
- Schließen Sie die Tür erst, wenn Sie wieder festen Stand haben.
Türen, die zu Ihnen hin aufgehen, sind schwieriger. Hier hilft es, die Tür ganz zu öffnen und mit einem Türstopper offen zu halten. Bei schweren Haus- oder Kellertüren bitten Sie Nachbarn oder Ihre Begleitung, die Tür aufzuhalten.
Schritt für Schritt
Durch eine Tür in fünf Schritten
- Anhaltenkurz vor der Tür stehen bleiben, bei Bedarf die Feststellbremse einlegen
- Tür öffnenmit einer Hand öffnen, die andere Hand bleibt am Griff
- Rollator vorschiebenBremse lösen und den Rollator durch die Öffnung schieben
- Nachgehenhinterhergehen, bis Sie ganz durch die Tür sind
- Tür schließenerst schließen, wenn Sie wieder festen Stand haben
Aufzug und enge Räume
Der Komfort-Rollator und der Rollator 3-fach faltbar sind 58 cm breit, der Komfort-Rollator ist 70 cm lang. Messen Sie Tür und Kabine Ihres Aufzugs einmal aus, dann wissen Sie, wie viel Platz bleibt. Ob Sie vorwärts hineingehen und drinnen wenden oder später rückwärts hinausgehen, hängt von der Größe der Kabine ab. Halten Sie die Tür mit dem Knopf offen, solange Sie im Türbereich stehen.
In kleinen Räumen wie Bad oder Gästetoilette ist oft kein Platz zum Wenden. Stellen Sie den Rollator dann vor der Tür ab, legen Sie die Feststellbremse ein und nutzen Sie drinnen fest montierte Haltegriffe. Ein Waschbecken oder ein Handtuchhalter ist dafür nicht gedacht.
Maße für enge Räume
Wie viel Platz die Rollatoren brauchen
- 58 cmBreite Komfort und 3-fachTüren und Aufzugkabine einmal ausmessen
- 70 cmLänge Komfort-Rollatorwichtig für das Wenden in der Kabine
- 54 cmSitzhöhe Komfort und 3-fachfür eine Pause mit festgestellter Bremse
Rückwärts rangieren
Manchmal geht es nur rückwärts, etwa aus einer engen Nische oder vom Waschbecken weg. Rückwärtsgehen mit dem Rollator ist anspruchsvoller, weil Sie den Weg hinter sich nicht sehen. Schauen Sie vorher über die Schulter, ob der Weg frei ist. Machen Sie dann nur wenige, kleine Schritte und ziehen Sie den Rollator langsam mit.
Halten Sie die Finger dabei an den Bremshebeln. Längere Strecken gehen Sie besser vorwärts, auch wenn das einen kleinen Umweg bedeutet. Fällt Ihnen das Rückwärtsgehen schwer, üben Sie es mit Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrem Physiotherapeuten.
Teppichkanten, Schwellen und Bodenwechsel
Kleine Kanten bremsen die Vorderräder abrupt. Teppichkanten, Türschwellen oder den Übergang von Fliesen zu Parkett gehen Sie deshalb langsam und gerade an, nicht schräg. Wie Sie die Vorderräder über eine höhere Schwelle bringen, beschreibt die Gebrauchsanweisung Ihres Modells.
Auf weichem Teppich rollt der Rollator schwerer, auf glatten Fliesen leichter. Passen Sie Ihr Tempo an, wenn der Boden wechselt. Lose Läufer, Kabel und Fußmatten mit hochstehenden Ecken räumen Sie aus dem Weg oder befestigen sie, damit die Räder nicht hängen bleiben.
Hände, Bremse und Pausen
Die Handbremse brauchen Sie unterwegs ständig. Üben Sie, sie zu ziehen, ohne die Griffe loszulassen, und bremsen Sie mit beiden Händen gleichmäßig. Vor jeder Pause, vor dem Hinsetzen und beim Warten an einer Ampel legen Sie die Feststell- bzw. Parkbremse ein. Wie das an Ihrem Modell geht, zeigt die Gebrauchsanweisung.
Halten Sie die Hände warm und trocken, denn kalte oder nasse Finger greifen schlechter. Setzen Sie sich für eine Pause nur auf den Rollator, wenn die Bremse festgestellt ist. Spüren Sie nach dem Gehen regelmäßig Druck in den Händen oder kribbelnde Finger, sprechen Sie das in Ihrer Arztpraxis an.
Üben mit Begleitung
Am leichtesten lernen Sie das Gehen mit dem Rollator, wenn jemand dabei ist. Üben Sie die ersten Wege zu zweit, zuerst in der Wohnung, dann vor dem Haus auf einem ebenen Weg. Die Begleitperson geht neben Ihnen, nicht vor dem Rollator, und greift nur ein, wenn Sie darum bitten.
Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann Haltung, Schritte und Wenden gezielt mit Ihnen üben. Fragen Sie auch im Sanitätshaus, ob es in Ihrer Nähe ein Übungsangebot gibt. Setzen Sie sich kleine Ziele, etwa den Weg zum Briefkasten, und nehmen Sie sich Schritt für Schritt mehr vor.
Medizinprodukt. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.






