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Rollator im Herbst und Winter: Nässe, Laub und frühe Dunkelheit
Wie Sie mit dem Rollator bei Regen, nassem Laub, Schnee und früher Dunkelheit unterwegs sind, worauf Sie bei Bremsen und Reifen achten und wann Sie besser zu Hause bleiben.

Wenn die Tage kürzer werden
Im Herbst ändert sich draußen vieles auf einmal. Es wird früher dunkel, Laub bedeckt die Gehwege, Regen und später Schnee machen Pflaster und Bordsteine glatt. Wer mit dem Rollator unterwegs ist, spürt das besonders, denn Räder und Bremsen verhalten sich auf nassem Untergrund anders als im Sommer.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre Wege in der dunklen Jahreszeit planen, gut gesehen werden und mit Nässe, Laub und Schnee umgehen. Er erklärt, wie Sie den Rollator nach dem Weg trocknen und pflegen. Und er sagt offen, wann ein Weg besser warten kann. Was Ihr Modell bei Nässe verträgt, steht in der Gebrauchsanweisung.
Wege planen: kürzer, heller, bekannter
Im Winter lohnt es sich, Wege bewusster zu planen. Legen Sie Erledigungen in die hellen Stunden um die Mittagszeit. Dann ist die Sicht am besten, und Raureif auf den Gehwegen ist oft schon getaut. Nehmen Sie lieber bekannte Strecken, deren Kanten und Stufen Sie kennen, auch wenn sie etwas länger sind.
Überlegen Sie vor dem Losgehen, wo unterwegs eine Bank, ein Café oder ein Geschäft zum Aufwärmen liegt. Verteilen Sie Erledigungen lieber auf mehrere kurze Wege, statt alles an einem Tag zu schaffen. Sagen Sie jemandem Bescheid, wohin Sie gehen und wann Sie zurück sein wollen, und nehmen Sie Ihr Telefon mit.
Gesehen werden: Kleidung, Licht, Reflektoren
In der Dämmerung und bei Regen sehen Autofahrer und Radfahrerinnen Menschen zu Fuß erst spät, und dunkle Kleidung verschwindet fast ganz. Tragen Sie deshalb eine helle Jacke oder Mütze und, wenn möglich, reflektierende Bänder am Ärmel. Eine kleine Taschenlampe in der Tasche hilft auf unbeleuchteten Abschnitten.
Der Rollator 3-fach faltbar und der 2-in-1-Rollator haben laut technischen Daten Reflektoren an den Rädern. Für den Komfort-Rollator sind keine Reflektoren angegeben; hier kommt es umso mehr auf Ihre Kleidung an. Halten Sie vorhandene Reflektoren sauber, denn eine Schicht aus Matsch oder Laub schluckt das Licht.

Kurz-Check
Gut sichtbar unterwegs in der dunklen Jahreszeit
Kleidung
- Helle Jacke oder Mütze
- Reflektierende Bänder am Ärmel
Rollator
- Reflektoren laut Ausstattung (3-fach, 2-in-1)
- Reflektoren frei von Matsch und Laub
Weg
- In den hellen Stunden gehen
- Bekannte, beleuchtete Strecken wählen
Dabei
- Kleine Taschenlampe
- Telefon
Nasses Laub und Kopfsteinpflaster
Nasses Laub wird oft unterschätzt. Es verdeckt den Boden darunter, verbirgt Kanten und Löcher und wird unter Schuhen und Rädern glitschig. Gehen Sie über Laubflächen langsam und mit kurzen Schritten. Bremsen Sie früh und sanft, statt plötzlich.
Auf Kopfsteinpflaster und unebenen Platten springen die Vorderräder stärker. Halten Sie die Griffe fest, aber nicht verkrampft, und schieben Sie gleichmäßig. Die Federung des 2-in-1-Rollators dämpft laut Produktbeschreibung Unebenheiten wie Pflaster und Kanten. Die EVA-Reifen von Komfort-Rollator und Rollator 3-fach faltbar kommen ohne Luft aus, Sie müssen sie also auch im Winter nicht aufpumpen.
Regen: Bremsen und Griffe bei Nässe
Bei Regen werden Griffe rutschig, und auch die Bremsen können sich anders anfühlen als im Trockenen. Prüfen Sie vor dem Losgehen kurz, ob Handbremse und Feststellbremse wie gewohnt greifen. Bremsen Sie unterwegs früher und rechnen Sie damit, dass der Rollator etwas länger braucht, bis er steht.
Ob und wie Ihr Rollator bei Nässe genutzt werden kann, steht in der Gebrauchsanweisung. Einen Schirm halten Sie besser nicht in der Hand, denn beide Hände gehören an Griffe und Bremsen. Eine Regenjacke mit Kapuze oder ein Regencape lässt die Hände frei. Ziehen Sie das Cape so an, dass es nicht in die Räder hängt.
Schnee und Glätte: wann Sie besser warten
Bei Schnee, überfrierender Nässe und Eis kommt jede Gehhilfe an Grenzen. Auf Eis finden Räder und Schuhsohlen kaum Halt, in Schneematsch bleiben die Vorderräder leicht stecken. Auch eine gute Bremse hilft wenig, wenn der Untergrund selbst glatt ist.
Verschieben Sie an solchen Tagen Wege, die nicht dringend sind, bis geräumt und gestreut ist. Muss ein Weg sein, gehen Sie nur auf geräumten Flächen, lassen Sie sich begleiten und nehmen Sie sich viel Zeit. Fragen Sie Nachbarn oder Angehörige, ob sie Einkäufe übernehmen können. Das ist keine Schwäche, sondern gute Planung.
Durch die Jahreszeit
Der Winter auf dem Gehweg
- Herbst Nasses Laublangsam gehen, früh und sanft bremsen
- Spätherbst Regen und früh dunkelhelle Kleidung, Wege in die hellen Stunden legen
- Mitten im Winter Schnee und Glättenicht dringende Wege verschieben oder Begleitung fragen
- Tauwetter Pfützen und StreusalzPfützen umgehen, den Rollator nach dem Weg abwischen
Warme Hände, fester Griff
Kalte Finger greifen schlechter und spüren die Bremshebel weniger gut. Tragen Sie Handschuhe, mit denen Sie die Griffe fest umfassen und die Bremshebel gut ziehen können. Dicke Fäustlinge sind warm, erschweren das Bremsen aber oft. Probieren Sie Ihre Handschuhe deshalb zu Hause am Rollator aus.
Handschuhe mit griffiger Innenhand rutschen auf nassen Griffen weniger. Legen Sie ein zweites Paar bereit, falls eines nass wird. In einer Pause auf dem Sitz wärmen Sie die Hände in den Jackentaschen, aber nur, wenn die Feststellbremse eingelegt ist.
Bordsteine, Rampen und Pfützen
Bordsteine sind im Winter oft von Schneeresten oder Laub verdeckt. Nutzen Sie abgesenkte Stellen und gehen Sie Kanten gerade an, nicht schräg. Den Umgang mit höheren Kanten erklärt die Gebrauchsanweisung Ihres Rollators.
Auf nassen Rampen bremsen Sie früh und gehen langsam. Pfützen umgehen Sie, wenn es möglich ist: Sie verbergen Schlaglöcher und Kanten, und das Wasser spritzt an Rahmen und Bremsen. Lässt sich eine Pfütze nicht umgehen, gehen Sie langsam und gerade hindurch und trocknen den Rollator später ab.
Einkaufen im Winter: Tasche statt volle Arme
Wer im Winter seltener aus dem Haus geht, kauft oft mehr auf einmal. Dann ist es verlockend, Tüten an die Griffe zu hängen. Lassen Sie das lieber, denn schwere Tüten an den Griffen verändern das Gleichgewicht des Rollators. Nutzen Sie stattdessen die Tasche, und zwar nur bis zu der Last, die die Gebrauchsanweisung nennt.
Die abnehmbare Tasche des Rollators 3-fach faltbar hat 8 Liter Inhalt und ist laut technischen Daten für bis ca. 5 kg ausgelegt. Schwere Einkäufe wie Getränke lassen Sie sich besser liefern oder von Angehörigen mitbringen. Packen Sie Schlüssel und Telefon so ein, dass Sie beides ohne langes Suchen erreichen.
Nach dem Weg: trocknen, reinigen, nachsehen
Zu Hause angekommen, braucht der Rollator kurz Pflege. Wischen Sie Räder und Rahmen mit einem Tuch ab, besonders nach Wegen über gestreute Straßen, denn Streusalz und Matsch setzen sich gern an Achsen und Bremsen fest. Trocknen Sie Griffe und Sitz und leeren Sie die Tasche, damit nichts feucht bleibt.
Prüfen Sie im Winter häufiger, ob die Bremsen gleichmäßig greifen und ob sich Laub, Haare oder Schmutz um die Achsen gewickelt haben. Achten Sie darauf, dass Faltmechanik und Klemmen sauber einrasten. Welche Reinigung und Pflege für Ihr Modell vorgesehen ist, steht in der Gebrauchsanweisung. Gibt eine Bremse nach, stellen Sie sie so nach, wie es dort beschrieben ist, oder lassen Sie sich im Sanitätshaus helfen. Zum Trocknen stellen Sie den Rollator in einen frostfreien Raum, aber nicht direkt an die Heizung.
Schritt für Schritt
Nach dem Winterweg in fünf Schritten
- Räder abwischenStreusalz und Matsch mit einem feuchten Tuch entfernen
- Rahmen trocknenauch Griffe und Sitz trocken reiben
- Bremsen prüfenbeide Seiten gleichmäßig? Sonst nach Gebrauchsanweisung nachstellen
- Tasche leerennasse Einkäufe herausnehmen, damit nichts feucht bleibt
- Trocken abstellenin einem frostfreien Raum, nicht direkt an der Heizung
Begleitung und Alternativen an schlechten Tagen
Nicht jeder Weg muss bei jedem Wetter sein. An Tagen mit Glätte, Sturm oder Dauerregen lohnt es sich, Einkäufe zu verschieben, liefern zu lassen oder Nachbarn um Hilfe zu bitten. Drinnen lassen sich trotzdem ein paar Runden mit dem Rollator durch Flur und Wohnzimmer drehen.
Für längere Wege an guten Tagen kommt der 2-in-1-Rollator in Frage, der sich in einen Transportstuhl umbauen lässt; eine Begleitperson schiebt Sie dann, wenn die Kraft nachlässt. Merken Sie, dass Sie sich im Winter kaum noch nach draußen trauen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Gemeinsam lässt sich überlegen, welche Hilfe Ihnen den Weg nach draußen erleichtert.
Medizinprodukt. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.








