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Wenn Eltern Hilfe brauchen: Alltag und Wohnung gemeinsam planen

Für Angehörige: wie Sie Veränderungen im Alltag Ihrer Eltern ansprechen, die Wohnung gemeinsam durchgehen, kleine Hilfen auswählen und Beratungsstellen finden.

Stand: 6 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Wenn Eltern Hilfe brauchen: Alltag und Wohnung gemeinsam planen

Wenn sich im Alltag etwas verändert

Beim Besuch fällt es auf: Die Mutter hält sich auf der Treppe länger am Geländer fest, der Vater geht seltener einkaufen, auf dem Tisch liegt ungeöffnete Post. Oft sind es kleine Veränderungen, die Töchter, Söhne und andere Angehörige ins Grübeln bringen. Viele wohnen weit entfernt und fragen sich, wie sie helfen können, ohne über den Kopf ihrer Eltern hinweg zu entscheiden.

Dieser Ratgeber richtet sich an Angehörige. Er zeigt, wie Sie Veränderungen ansprechen, die Wohnung gemeinsam durchgehen, kleine Hilfen auswählen und Unterstützung organisieren, auch aus der Ferne. Er nennt Anlaufstellen wie Pflegeberatung und Wohnberatung. Welche Leistungen im Einzelfall in Frage kommen, klären Sie dort direkt.

Das Gespräch: ansprechen ohne zu bevormunden

Ein guter Anfang ist ein ruhiger Moment ohne Zeitdruck, nicht der Abschied an der Haustür. Sprechen Sie von Ihren Beobachtungen, nicht von Urteilen. Ein Satz wie „Mir ist aufgefallen, dass die Treppe mühsamer geworden ist“ kommt anders an als der Vorwurf, etwas nicht mehr zu schaffen. Fragen Sie, wie Ihre Eltern die Lage selbst sehen und was ihnen wichtig ist.

Viele ältere Menschen möchten möglichst lange so leben wie bisher. Nehmen Sie diesen Wunsch ernst und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen, die genau das unterstützen. Rechnen Sie damit, dass ein Gespräch nicht reicht. Manche Vorschläge brauchen Zeit, und manches entscheiden Ihre Eltern anders, als Sie es tun würden. Das gehört dazu.

Gemeinsam beobachten: was schwerer fällt

Bevor Sie Hilfen kaufen oder organisieren, lohnt sich ein genauer Blick auf den Alltag. Was klappt gut, was kostet Mühe, was wird inzwischen vermieden? Notieren Sie Ihre Beobachtungen über ein paar Besuche hinweg und besprechen Sie sie mit Ihren Eltern.

Achten Sie dabei auf Wege, Bad, Treppe, Haushalt, Post und Termine, aber auch auf Kontakte und Hobbys. Wer seltener rausgeht, trifft weniger Menschen. Oft zeigt sich erst im Zusammenhang, wo die eigentliche Hürde liegt, zum Beispiel eine steile Treppe, die den Weg zum Bäcker unattraktiv macht.

Beobachten statt bewerten

Woran Sie merken, was schwerer fällt

Wege und Treppe

  • Treppe nur noch mit Pausen
  • Einkäufe werden seltener

Bad

  • Aufstehen von der Toilette fällt schwer
  • Duschen wird hinausgeschoben

Post und Termine

  • Briefe bleiben ungeöffnet liegen
  • Termine werden vergessen

Kontakte

  • Weniger Treffen mit Freunden
  • Hobbys werden aufgegeben

Der Rundgang durch die Wohnung

Gehen Sie die Wohnung gemeinsam einmal in Ruhe ab, am besten so, wie Ihre Eltern sie jeden Tag nutzen: vom Bett ins Bad, in die Küche, zum Sessel und zur Haustür. Lassen Sie sich zeigen, wo es hakt, statt selbst alles zu bewerten.

  • Gibt es Teppichkanten, Kabel oder Türschwellen, an denen die Füße hängen bleiben?
  • Reicht das Licht auf dem Weg ins Bad, auch nachts?
  • Sind Toilette, Sessel und Bett so hoch, dass das Aufstehen gelingt?
  • Gibt es an Treppen einen Handlauf, und sind die Stufen glatt?

Schreiben Sie auf, was Ihnen gemeinsam auffällt, und entscheiden Sie dann, was zuerst angegangen wird.

Kleine Hilfen für Bad, Treppe und Wege

Manches lässt sich mit wenig Aufwand ändern. Auf glatten Innentreppen aus Holz, Stein oder Laminat geben transparente Antirutschstreifen zusätzliche Haftung. Die Streifen von HomeLuxWorld messen 10 × 61 cm, kleben selbst und werden mit einer Anbringrolle angedrückt; in der Packung sind 15 Stück. Gedacht sind sie laut Produktbeschreibung für Treppen im Innenbereich. Handlauf und gutes Licht ersetzen sie nicht.

Im Bad kann eine Toilettensitzerhöhung das Aufstehen erleichtern. Die Ausführung von ForeverSenior mit 7,5 cm wird laut Produktbeschreibung ohne Werkzeug angebracht; ob sie zum WC Ihrer Eltern passt, zeigt der Vergleich mit der Maßzeichnung in den Produktbildern. Fest montierte Haltegriffe an WC und Dusche lassen Sie von einem Fachbetrieb anbringen.

Eine Gehhilfe gemeinsam auswählen

Wird das Gehen mühsamer, steht oft die Frage nach einer Gehhilfe im Raum. Ob ein Gehstock reicht oder ein Rollator besser passt, sollte zuerst in der Hausarztpraxis besprochen werden. Danach lohnt sich ein Besuch im Sanitätshaus, bei dem Ihre Eltern verschiedene Modelle ausprobieren.

Achten Sie gemeinsam auf die Wege, die der Rollator mitgehen soll. Für Wohnung und Alltag ist der Komfort-Rollator von ForeverSenior gedacht: 58 cm breit, 9 kg schwer, mit Sitz auf 54 cm Höhe, Tasche und Stockhalter. Lassen Sie Ihre Eltern selbst entscheiden, wie er aussehen und sich anfühlen soll. Eine Gehhilfe, die gefällt, bleibt seltener in der Ecke stehen.

Hilfe aus der Ferne organisieren

Wohnen Sie weit weg, wird die Organisation zur eigenen Aufgabe. Ein fester Anruf zu einer vereinbarten Zeit gibt beiden Seiten Halt. Legen Sie eine Liste mit wichtigen Nummern an: Hausarztpraxis, Apotheke, Nachbarn, Hausverwaltung, Angehörige. Hängen Sie sie gut sichtbar in der Wohnung auf und haben Sie selbst eine Kopie.

Vieles lässt sich heute aus der Ferne erledigen, etwa Termine vereinbaren, Lieferungen bestellen oder Rechnungen prüfen, wenn Ihre Eltern einverstanden sind. Klären Sie früh, wer welche Vollmachten hat. Manche Familien entscheiden sich für einen Hausnotrufdienst; lassen Sie sich zu den Möglichkeiten beraten, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

Pflegeberatung und Wohnberatung

Sie müssen nicht alles allein herausfinden. Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkte informieren über einen Pflegegrad, über Hilfen im Alltag und über Entlastung für Angehörige. Welche Leistungen für Ihre Eltern in Frage kommen und wie ein Antrag abläuft, erfahren Sie dort im persönlichen Gespräch.

Eine Wohnberatung kommt in vielen Regionen auf Wunsch ins Haus. Sie sieht sich die Räume an und schlägt Änderungen vor, von kleinen Hilfen bis zu größeren Umbauten. Fragen Sie dort auch, ob und unter welchen Voraussetzungen es für Umbauten Unterstützung gibt. Notieren Sie sich die Antworten, damit alle in der Familie denselben Stand haben.

Anlaufstellen

Vier Stellen, die Angehörigen weiterhelfen

  • Pflegeberatunginformiert über Pflegegrad, Hilfen im Alltag und Entlastung für Angehörige
  • Wohnberatungkommt auf Wunsch ins Haus und schlägt Änderungen in der Wohnung vor
  • Hausarztpraxiskennt die Vorgeschichte und klärt Beschwerden, Gehhilfen und weitere Termine
  • Sanitätshauszeigt Gehhilfen und Hilfen fürs Bad und stellt sie passend ein

Hausarztpraxis und Fachleute einbeziehen

Die Hausarztpraxis kennt Ihre Eltern oft seit Jahren. Sie ist die richtige Stelle, wenn sich Kraft, Gang oder Gedächtnis verändern, und sie kann weitere Fachleute einbeziehen. Begleiten Sie Ihre Eltern zu einem Termin, wenn sie das möchten, und bereiten Sie gemeinsam Fragen vor.

Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut kann das Gehen mit einer Gehhilfe üben, eine Ergotherapeutin oder ein Ergotherapeut den Alltag in der Wohnung erleichtern. Im Sanitätshaus werden Gehhilfen ausgesucht und eingestellt. Ob und wie solche Termine zustande kommen, klärt die Praxis mit Ihren Eltern.

Haushalt, Nachbarschaft, Ehrenamt

Hilfe im Alltag kommt oft von mehreren Seiten. Nachbarn bringen die Zeitung mit oder schauen kurz vorbei, eine Haushaltshilfe übernimmt das Putzen, ein Lieferdienst bringt die Einkäufe. In vielen Orten gibt es Besuchsdienste, Nachbarschaftshilfen oder Seniorentreffs, die Kontakte und kleine Dienste vermitteln.

Verteilen Sie die Aufgaben so, dass niemand überlastet ist. Ein einfacher Plan zeigt, wer wann was übernimmt, und hilft, Lücken zu sehen. Besprechen Sie ihn mit Ihren Eltern und passen Sie ihn an, wenn sich etwas ändert.

Wer hilft wann?

Ein einfacher Plan für die Unterstützung

  • Täglichkurzer Anruf aus der Familie, Nachbarin oder Nachbar schaut vorbei
  • WöchentlichEinkauf, Wäsche und Besuch, Haushaltshilfe nach Absprache
  • MonatlichPost, Rechnungen und Termine gemeinsam durchgehen
  • Bei BedarfPflegeberatung, Wohnberatung, Hausarztpraxis oder Sanitätshaus fragen

Auch an sich selbst denken

Wer sich um die eigenen Eltern kümmert, tut das oft neben Beruf, Familie und weiten Wegen. Das kann auf Dauer viel Kraft kosten. Nehmen Sie Unterstützung an, teilen Sie Aufgaben mit Geschwistern und sprechen Sie offen darüber, was Sie leisten können und was nicht.

Pflegeberatungsstellen kennen Angebote zur Entlastung für Angehörige, etwa Gesprächskreise oder Kurse. Auch der Austausch mit anderen in ähnlicher Lage hilft vielen. Planen Sie Ihre Besuche so, dass auch gemeinsame schöne Stunden Platz haben und nicht jeder Besuch nur aus Erledigungen besteht.

Medizinprodukt. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Pflegeberatung.

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