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Wenn die Katze älter wird: Lieblingsplätze, Pflege und Praxis
Woran Sie merken, dass Ihre Katze älter wird, wie Sie Lieblingsplätze, Katzenklo und Futterplatz leichter erreichbar machen, beim Putzen helfen und warum der regelmäßige Praxistermin dazugehört.

Älter werden auf leisen Pfoten
Ihre Katze verschläft den halben Tag auf der Decke an der Heizung, der Sprung auf den Schrank bleibt aus, und das Fell am Rücken wirkt struppiger als früher. Katzen zeigen das Älterwerden selten deutlich. Sie passen sich an, suchen andere Plätze und verändern ihre Gewohnheiten so leise, dass man es kaum bemerkt.
Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie das Alter erkennen und warum der regelmäßige Termin in der Tierarztpraxis jetzt wichtiger wird. Er erklärt, wie Sie Lieblingsplätze, Katzenklo, Futter und Wasser leichter erreichbar machen, beim Putzen helfen, Krallen und Spiel im Blick behalten und für Ruhe sorgen. Zum Schluss lesen Sie, bei welchen Zeichen Sie nicht bis zum nächsten Termin warten.
Woran Sie das Alter bemerken
Ab wann eine Katze als älter gilt, ist von Tier zu Tier verschieden. Mehr als die Zahl der Jahre zählt, wie sich Ihre Katze im Alltag verhält. Viele ältere Katzen schlafen mehr, springen seltener auf hohe Plätze und putzen sich weniger gründlich. Manche werden anhänglicher, andere ziehen sich öfter zurück.
Auch beim Fressen, Trinken und auf dem Katzenklo kann sich etwas ändern. Nicht jede Veränderung kommt vom Alter; was dahintersteckt, kann nur die Tierarztpraxis klären. Schreiben Sie deshalb auf, was Ihnen auffällt und seit wann. Solche Notizen helfen beim nächsten Termin mehr als eine Erinnerung aus dem Gedächtnis.
Genau hinsehen
Leise Zeichen des Älterwerdens
Verhalten
- schläft mehr und länger
- springt seltener oder zögert vor dem Sprung
- zieht sich öfter zurück oder sucht mehr Nähe
Pflege
- putzt sich weniger, das Fell wirkt struppig
- Krallen bleiben lang
Napf und Katzenklo
- frisst oder trinkt anders als sonst
- nutzt das Katzenklo anders oder geht daneben
Dann die Praxis fragen
- Veränderungen mit Datum notieren
- beim nächsten Termin ansprechen, bei schneller Veränderung gleich anrufen
Der regelmäßige Termin in der Tierarztpraxis
Katzen verbergen Beschwerden gut. Was sich langsam entwickelt, fällt oft erst bei einer Untersuchung auf. Viele Tierarztpraxen schlagen älteren Katzen deshalb regelmäßige Kontrolltermine vor, auch wenn die Katze munter wirkt. In welchem Abstand das sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Praxis.
Nehmen Sie Ihre Notizen mit: wie viel Ihre Katze frisst und trinkt, wie oft sie das Katzenklo benutzt, wie sie springt und sich bewegt. Fragen Sie auch nach Futter und Gewicht, denn was im Napf liegt, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit der Praxis. Gewöhnen Sie Ihre Katze in Ruhe an die Transportbox, dann wird der Weg leichter.
Lieblingsplätze erreichbar machen
Die Fensterbank, das Sofa, das Bett: Katzen hängen an ihren Plätzen, auch wenn der Sprung dorthin schwerer fällt. Eine Zwischenstufe hilft, etwa ein fester Hocker, eine stabile Kiste oder ein Regalbrett auf halber Höhe. Wichtig ist, dass nichts wackelt oder wegrutscht, sonst traut sich Ihre Katze nicht mehr hinauf.
Bieten Sie außerdem Plätze weiter unten an, die ähnlich gemütlich sind: ein weiches Körbchen am Fenster, eine Decke auf einem niedrigen Sessel, eine warme Höhle am Boden. Viele ältere Katzen nehmen diese Plätze gern an, wenn sie ruhig liegen und nicht im Durchgang stehen.
Gut erreichbar
Vier Wege zum Lieblingsplatz
- Eine Zwischenstufeein fester Hocker oder ein Regalbrett auf halber Höhe, das nicht wackelt
- Eine stabile Kistevor Sofa oder Bett, damit der Sprung kürzer wird
- Ein Platz weiter untenein weiches Körbchen am Fenster statt des hohen Schranks
- Ein warmer Platz am Bodeneine Decke in Heizungsnähe, mit Ausweichplatz, falls es zu warm wird
Das Katzenklo: niedriger Einstieg, kurzer Weg
Ein hoher Rand oder ein Klo mit Haube kann für eine ältere Katze mühsam werden. Ein Katzenklo mit niedrigem Einstieg ist leichter zu betreten. Stellen Sie es dort auf, wo Ihre Katze die meiste Zeit verbringt, und nicht am Ende einer Treppe oder hinter einer schweren Tür.
In einer Wohnung über mehrere Etagen hilft ein zweites Klo auf der anderen Ebene. Halten Sie das Klo besonders sauber, denn ältere Katzen sind oft wählerischer. Geht Ihre Katze plötzlich daneben, ist das selten Trotz. Sprechen Sie es in der Praxis an, denn dahinter können körperliche Gründe stecken.
Futter, Wasser und Wärme
Stellen Sie Futter und Wasser so auf, dass Ihre Katze sie ohne Sprung erreicht, zum Beispiel auf dem Boden statt auf der Arbeitsfläche. Mehrere Wasserstellen in der Wohnung machen das Trinken bequem. Was und wie viel Ihre Katze fressen sollte, klären Sie mit der Tierarztpraxis, gerade wenn sich Appetit oder Gewicht verändern.
Ältere Katzen lieben Wärme. Ein Platz in der Sonne, eine Decke auf der Heizungsbank oder ein Körbchen in Heizungsnähe wird im Winter schnell zum Stammplatz. Achten Sie darauf, dass Ihre Katze auch an einen kühleren Ort ausweichen kann, falls es ihr zu warm wird.
Wenn die Katze sich weniger putzt
Putzt sich Ihre Katze weniger, wirkt das Fell schnell stumpf oder verfilzt, vor allem am Rücken und an den Flanken. Hier können Sie helfen. Bei kurzem Fell ist der Kurzhaar-Striegel von HomePetWorld gedacht: Seine weichen Gumminoppen nehmen laut Produktbeschreibung loses Fell und Schmutz auf, und der Buchenholzgriff hat eine Handschlaufe.
Bei langem Fell mit Unterwolle nehmen Sie die Bürste mit angewinkelten Edelstahlpins und führen sie mit wenig Druck. Beide sind laut Produktbeschreibung für Hunde und Katzen gedacht. Bürsten Sie kurz, an Stellen, die Ihre Katze mag, und lassen Sie empfindliche Bereiche wie Bauch und Beine aus, wenn sie dort nicht berührt werden will.
Schritt für Schritt
Eine ältere Katze bürsten
- Ruhigen Moment wählenwenn Ihre Katze entspannt neben Ihnen liegt, nicht direkt nach dem Fressen
- Passende Bürste nehmenweiche Gumminoppen für kurzes Fell, angewinkelte Pins mit wenig Druck für langes Fell
- Rücken und Flankendort beginnen, wo Ihre Katze sich selbst nicht mehr gut erreicht
- Empfindliches auslassenBauch und Beine nur, wenn Ihre Katze das mag
- Rechtzeitig aufhörenSchluss machen, bevor sie geht, und mit einem Leckerli loben
Krallen und Kratzplatz
Ältere Katzen kratzen oft weniger und sind seltener draußen unterwegs. Die Krallen nutzen sich dann weniger ab und können zu lang werden. Schauen Sie sich die Pfoten beim Streicheln an. Ob und wie die Krallen gekürzt werden, zeigt Ihnen die Tierarztpraxis, bevor Sie selbst zur Schere greifen.
Ein Kratzplatz bleibt auch im Alter wichtig. Ein flaches Kratzbrett am Boden ist für viele ältere Katzen bequemer als ein hoher Kratzbaum, an dem sie sich strecken und klettern müssen. Stellen Sie es dorthin, wo Ihre Katze nach dem Schlafen gern kratzt, etwa neben ihren Lieblingsplatz.

Spielen, aber kürzer
Auch eine ältere Katze möchte jagen und entdecken, nur nicht mehr so lange und so wild. Kurze Spielrunden am Boden mit einer Federangel oder einem Ball passen besser als Sprünge und schnelle Wendungen. Hören Sie auf, solange Ihre Katze noch Freude daran hat.
Ruhige Beschäftigung hält wach: ein Leckerli in einem Karton suchen, am offenen Fenster Vögel beobachten, gemeinsam auf dem Sofa liegen. Bewegt sich Ihre Katze kaum noch oder meidet sie Spiele, die sie früher mochte, kann das ein Hinweis auf Beschwerden sein. Erzählen Sie der Praxis davon.
Ruhe im Haushalt: Besuch, Kinder, andere Tiere
Ältere Katzen schätzen feste Abläufe. Gerade wenn Besuch kommt und es lauter wird, braucht Ihre Katze einen Rückzugsort, an dem niemand sie stört. Ein ruhiges Zimmer mit Klo, Wasser und Schlafplatz ist dafür ein guter Ort.
Erklären Sie Kindern, dass die Katze nicht mehr so gern hochgehoben wird und schlafen darf, wann sie will. Ein junges Tier im Haushalt kann eine ältere Katze überfordern. Sorgen Sie dafür, dass die ältere Katze dem jungen Tier ausweichen kann, und bieten Sie Futter und Klo an getrennten Orten an.
Wenn sich etwas schnell verändert
Die meisten Altersveränderungen kommen langsam. Bei einigen Zeichen ist dagegen Eile geboten. Melden Sie sich gleich in Ihrer Tierarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten beim tierärztlichen Notdienst, wenn Ihre Katze
- nicht mehr frisst oder auffallend viel trinkt,
- vergeblich auf dem Katzenklo sitzt oder dabei klagt,
- schwer oder mit offenem Maul atmet,
- wiederholt erbricht oder plötzlich lahmt,
- sich versteckt und nicht mehr hervorkommt oder verwirrt wirkt.
Ein Anruf zu viel schadet nicht. Wie es weitergeht, entscheidet die Praxis.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
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