Magazin · Tiere

Mit dem Hund durch den Winter: Pfoten, Fell und dunkle Wege

Wie Sie mit Ihrem Hund gut durch den Winter kommen: Runden anpassen, Pfoten nach Streusalz versorgen, das Fell trocknen und bürsten und auf glatten Stufen für Haftung sorgen.

Stand: 7 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Mit dem Hund durch den Winter: Pfoten, Fell und dunkle Wege

Kalt, nass und früh dunkel

Morgens ist es noch dunkel, nachmittags schon wieder, dazwischen Regen, Matsch und manchmal Schnee: Der Winter verändert den Alltag mit Hund. Viele Hunde lieben Schnee, andere ziehen bei Kälte die Pfoten hoch und wollen schnell zurück. Mit ein paar Anpassungen kommen Sie beide gut durch die dunkle Jahreszeit.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Hunde eher frieren, wie Sie Spaziergänge anpassen und im Dunkeln gut gesehen werden. Er erklärt, was Streusalz, Eis und Splitt mit den Pfoten machen, wie Sie Pfoten und Fell nach dem Gang versorgen und auf glatten Treppen im Haus für zusätzliche Haftung sorgen. Dazu geht es um Schnee, Eisflächen, die Tage um Silvester und um die Frage, wann die Tierarztpraxis gefragt ist.

Wer eher friert: Fell, Größe, Alter

Wie gut ein Hund mit Kälte zurechtkommt, hängt vor allem vom Fell ab. Hunde mit kurzem Fell ohne Unterwolle frieren schneller als Hunde mit dichter Unterwolle. Kleine Hunde sind näher am kalten, nassen Boden, und sehr junge, ältere oder kranke Hunde verlieren oft schneller Wärme.

Achten Sie auf die Zeichen Ihres Hundes. Zittert er, zieht er die Pfoten hoch, macht er einen Buckel oder will er umkehren, ist ihm kalt. Dann wird die Runde kürzer. Ob ein Mantel für Ihren Hund sinnvoll ist, hängt von Fell und Verfassung ab; fragen Sie im Zweifel in der Tierarztpraxis.

Kälte und Fell

Wer eher friert und wer besser zurechtkommt

  • Friert eher

    • kurzes Fell ohne Unterwolle
    • kleine Hunde nah am kalten Boden
    • sehr junge, ältere oder kranke Hunde
    • Hunde, die lange stehen oder warten
  • Kommt besser zurecht

    • dichte Unterwolle im Winterfell
    • größere, kräftige Hunde
    • Hunde, die in Bewegung bleiben

Entscheidend sind Fell, Größe, Alter und Bewegung; im Zweifel kürzen Sie die Runde oder fragen in der Praxis nach einem Mantel.

Spaziergänge im Winter anpassen

An kalten Tagen passen mehrere kürzere Runden oft besser als ein langer Spaziergang. Bleiben Sie in Bewegung, statt lange an einer Stelle zu stehen, und planen Sie den längsten Gang in die hellen Stunden. Ein bekannter Weg ohne viel Verkehr ist im Dunkeln angenehmer als eine neue Strecke.

Lassen Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang nicht nass im kalten Flur oder im Auto warten. Ein Handtuch an der Tür und ein warmer, trockener Liegeplatz gehören im Winter zur Grundausstattung. Für Spiel und Beschäftigung eignen sich an sehr ungemütlichen Tagen auch Suchspiele in der Wohnung.

Gesehen werden: Licht und Reflektoren

In der Dämmerung sind dunkle Hunde für Autofahrer und Radfahrerinnen kaum zu erkennen. Ein Leuchthalsband, ein Geschirr oder eine Leine mit Reflektoren und eine kleine Lampe am Halsband machen Ihren Hund sichtbar. Auch Sie selbst tragen am besten helle Kleidung mit reflektierenden Streifen.

Nehmen Sie eine Taschenlampe oder Stirnlampe mit, damit Sie den Weg und Ihren Hund sehen. Halten Sie Ihren Hund im Dunkeln nahe bei sich, vor allem an Straßen. Ein Hund, der im Dunkeln frei läuft, ist schwer wiederzufinden und kommt Wildtieren leichter zu nahe.

Pfoten: Streusalz, Eis und Splitt

Gestreute Gehwege sind für Hundepfoten eine Belastung. Streusalz kann die Ballen austrocknen und kleine Risse reizen, scharfkantiger Splitt drückt sich zwischen die Zehen. Bei Hunden mit langem Fell an den Pfoten bilden sich im Schnee oft Eisklumpen zwischen den Ballen, die beim Laufen schmerzen.

Gehen Sie, wo es möglich ist, auf ungestreuten Wegen, auf Wiesen oder im Wald. Wie lang das Fell zwischen den Ballen sein darf, besprechen Sie mit der Praxis oder im Tierfriseursalon. Ob ein Pfotenschutz für Ihren Hund in Frage kommt, klären Sie am besten ebenfalls mit der Tierarztpraxis.

Hände trocknen nach dem Spaziergang die Pfote eines nassen Hundes, daneben eine Schüssel Wasser
Spülen Sie Salz und Splitt nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab und trocknen Sie auch zwischen Zehen und Ballen gründlich.

Nach dem Spaziergang: abtrocknen und auskämmen

Zu Hause spülen Sie Salz und Splitt mit lauwarmem Wasser von den Pfoten, zum Beispiel in einer Schüssel an der Tür. Trocknen Sie danach gründlich ab, auch zwischen den Zehen und Ballen. So schleckt Ihr Hund kein Salz ab und trägt weniger Nässe in die Wohnung.

Das Fell tupfen Sie mit einem Handtuch ab. Bei kurzem Fell nehmen Sie den Kurzhaar-Striegel von HomePetWorld. Laut Produktbeschreibung können Sie ihn bei nassem und trockenem Fell verwenden, seine weichen Noppen nehmen Schmutz und loses Fell auf. Langes Fell lassen Sie zuerst trocknen, bevor Sie bürsten.

Schritt für Schritt

Nach dem Winterspaziergang

  1. Pfoten abspülenStreusalz und Splitt mit lauwarmem Wasser entfernen
  2. Gut abtrocknenauch zwischen Zehen und Ballen, damit keine Nässe bleibt
  3. Fell abtupfenmit einem Handtuch, langes Fell nicht rubbeln
  4. Schmutz lösenkurzes Fell mit dem Striegel, langes Fell erst trocknen lassen und dann bürsten
  5. Pfoten ansehenauf Risse, wunde Stellen und Fremdkörper achten und Auffälliges in der Praxis zeigen

Das Winterfell pflegen

Viele Hunde tragen im Winter dichte Unterwolle. Sie hält am besten warm, wenn sie locker und sauber ist. Verfilzte Stellen und lose Haare, die im Fell hängen bleiben, mindern diese Wirkung. Bürsten Sie deshalb auch im Winter regelmäßig, am besten wenn das Fell trocken ist.

Bei langem Fell mit Unterwolle ist die Bürste für Langhaar & Unterwolle von HomePetWorld gedacht. Ihre angewinkelten Edelstahlpins holen laut Produktbeschreibung lose Unterwolle heraus. Führen Sie die Bürste mit wenig Druck in Wuchsrichtung. Baden Sie Ihren Hund im Winter nur, wenn es nötig ist, und lassen Sie ihn danach im Warmen ganz trocknen.

Nasse Pfoten auf glatten Treppen

Kommen nasse Pfoten auf glatte Stufen aus Holz, Stein oder Laminat, finden sie wenig Halt. Viele Hunde rutschen dann auf der Treppe weg oder trauen sich nicht mehr hinauf. Ein saugfähiges Tuch oder eine Matte an der Haustür nimmt die gröbste Nässe auf, bevor es nach oben geht.

Zusätzliche Haftung auf glatten Innentreppen geben transparente Antirutschstreifen. Laut Produktbeschreibung sind sie auch für Treppen gedacht, die Hunde nutzen. In einer Packung von HomeLuxWorld liegen 15 Streifen im Format 10 × 61 cm und eine Anbringrolle. Für Teppichstufen und Treppen im Freien sind sie nicht vorgesehen. Licht und ruhiges Tempo bleiben wichtig.

Schnee fressen, Eis betreten: lieber nicht

Viele Hunde schnappen begeistert nach Schnee. Größere Mengen können bei manchen Hunden den Magen reizen, und gestreuter Schnee am Straßenrand enthält Salz und Schmutz. Werfen Sie keine Schneebälle zum Fangen und bieten Sie stattdessen ein Spielzeug an.

Zugefrorene Teiche, Seen und Flüsse sind für Hunde gefährlich, denn das Eis trägt oft nicht. Nehmen Sie Ihren Hund in der Nähe von Gewässern an die Leine. Bricht er ein, folgen Sie ihm nicht auf das Eis, sondern rufen Sie den Notruf und locken Sie ihn vom Ufer aus zu sich.

Silvester: ruhige Tage vorbereiten

Für viele Hunde ist der Jahreswechsel eine schwierige Zeit. Knaller und Raketen sind laut und unberechenbar, manche Hunde geraten in Panik und laufen davon. Gehen Sie in den Tagen davor nur an der Leine, mit gut sitzendem Geschirr, und legen Sie die Runden am Silvestertag in die hellen Stunden.

Am Abend schließen Sie Fenster und Rollläden, lassen Licht an und schaffen einen ruhigen Rückzugsort mit Decke. Leise Musik oder der Fernseher übertönen einen Teil der Geräusche. Trösten dürfen Sie Ihren Hund, wenn er Nähe sucht. Hat Ihr Hund große Angst, sprechen Sie rechtzeitig vorher mit der Tierarztpraxis.

Jahreswechsel

Silvester mit Hund vorbereiten

In den Tagen davor

  • angeleint gehen, Geschirr gut anpassen
  • Runden in die hellen Stunden legen
  • bei großer Angst rechtzeitig die Praxis fragen

Am Abend

  • Fenster und Rollläden schließen
  • Rückzugsort mit Decke anbieten
  • leise Musik oder Fernseher laufen lassen

Draußen

  • auch im Garten an der Leine
  • nicht in die Nähe von Feuerwerk gehen

Wann die Tierarztpraxis gefragt ist

Die meisten Winterprobleme lassen sich mit Pflege und Geduld lösen. Manches gehört aber in die Praxis. Melden Sie sich dort, wenn Ihr Hund

  • lahmt, die Pfoten ständig leckt oder wunde, blutende Ballen hat,
  • nach einem Spaziergang lange zittert oder matt und teilnahmslos wirkt,
  • nach dem Fressen von Schnee erbricht oder Durchfall bekommt,
  • an Silvester trotz aller Vorbereitung große Angst hat.

Ist Ihr Hund ins Eis eingebrochen, bringen Sie ihn danach warm eingepackt in die Praxis, auch wenn er munter wirkt. Was er braucht, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Produkte zum Thema