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Silberfische, Milben, Bettwanzen: wer ist es und was hilft

Silberfischchen, Hausstaubmilben oder Bettwanzen? Woran Sie die drei unterscheiden, was im Alltag hilft und wann Klebefalle, Abwehrspray oder Fachbetrieb das Richtige ist.

Stand: 6 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Silberfische, Milben, Bettwanzen: wer ist es und was hilft

Drei kleine Mitbewohner im Überblick

Silberfischchen, Hausstaubmilben und Bettwanzen werden oft in einem Atemzug genannt, dabei haben sie wenig gemeinsam. Sie leben an unterschiedlichen Orten, zeigen sich auf unterschiedliche Weise und verlangen unterschiedliche Maßnahmen. Wer weiß, mit wem er es zu tun hat, spart sich Aufwand und handelt gezielt.

  • Silberfischchen sind sichtbar, flink und nachts in feuchten Räumen unterwegs.
  • Hausstaubmilben sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen und leben in Matratzen, Kissen und Polstern.
  • Bettwanzen sind sichtbar, ernähren sich vom Blut des Menschen und verstecken sich in der Nähe des Bettes.

Auf einen Blick

Wer ist es?

  • Silberfischchennachts in Bad, Küche und Keller, zeigt Feuchtigkeit an
  • Hausstaubmilbenunsichtbar, in Matratzen, Kissen und Polstern
  • BettwanzenStiche in Reihen, Kotspuren am Bett
  • Im Zweifel bestimmen lassenFotos machen, Fachbetrieb fragen

Silberfischchen erkennen

Silberfischchen sind flinke, flügellose Insekten mit silbrig glänzenden Schuppen und einem fischähnlich zugespitzten Körper. Sie sind nachtaktiv und scheuen das Licht: Schalten Sie nachts im Bad das Licht ein, huschen sie über die Fliesen und verschwinden in Ritzen.

Silberfischchen brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb begegnen sie Ihnen vor allem in Bad, Küche und Keller, in Fugen, hinter Fliesen und unter Sockelleisten. Sie ernähren sich von stärke- und zuckerhaltigen Resten, Hautschuppen und Schimmel. Ein paar Tiere im Bad sind vor allem ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit, nicht auf mangelnde Sauberkeit.

Papierfischchen: der Verwandte in trockenen Räumen

Ein naher Verwandter des Silberfischchens ist das Papierfischchen. Es sieht ähnlich aus, kommt aber auch in trockeneren Wohnräumen vor, etwa im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer oder im Schlafzimmer. Papierfischchen können Papier, Bücher, Tapeten und Fotos anfressen.

Welche Art bei Ihnen lebt, zeigt eine Klebefalle, die beide Arten erfasst. Finden Sie Papierfischchen in mehreren Räumen, lohnt sich frühzeitig der Rat eines Fachbetriebs für Schädlingsbekämpfung.

Was gegen Silberfische hilft

Am meisten bewirken Sie, wenn Sie den Tieren die Lebensgrundlage nehmen: Feuchtigkeit, Verstecke und Futter.

  • Lüften Sie Bad und Küche nach dem Duschen und Kochen gründlich und wischen Sie stehendes Wasser auf.
  • Dichten Sie Ritzen und Fugen ab, etwa an Sockelleisten und Fliesen.
  • Lassen Sie keine Essensreste liegen und halten Sie Böden krümelfrei.

Eine Silberfischfalle zeigt Ihnen, wo die Tiere laufen und ob die Aktivität nachlässt. Stellen Sie sie entlang von Sockelleisten, hinter Geräten, in feuchten Ecken oder in wenig genutzten Bereichen auf und kontrollieren Sie sie regelmäßig. Ein Silberfisch-Spray kann die Maßnahmen ergänzen; mehr dazu im letzten Kapitel.

Hausstaubmilben: unsichtbar und überall

Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Sie ernähren sich vor allem von menschlichen Hautschuppen und fühlen sich dort wohl, wo es warm und etwas feucht ist. Matratzen, Kissen, Bettdecken und Polstermöbel bieten ihnen beides, deshalb kommen sie in nahezu jedem Haushalt vor. Mit mangelnder Sauberkeit hat das nichts zu tun.

Da Sie die Tiere nicht sehen, lässt sich ein Befall zu Hause kaum feststellen. Wichtiger als die Suche ist deshalb der Alltag im Schlafzimmer. Haben Sie gesundheitliche Beschwerden, die Sie mit Hausstaub in Verbindung bringen, wenden Sie sich bitte an Ihre Arztpraxis.

Was im Schlafzimmer hilft

  • Lüften Sie regelmäßig und halten Sie die Raumluft eher trocken und kühl.
  • Schlagen Sie die Bettdecke morgens zurück, damit die Matratze auslüften kann.
  • Saugen Sie Matratze, Polster und Teppiche regelmäßig ab.
  • Waschen Sie Bettwäsche, Kissen und Decken regelmäßig nach den Pflegehinweisen.

Für Textilien, die sich schlecht waschen lassen, etwa Matratzen, Boxspringbetten und Polster, gibt es Milben-Sprays. Sie ersetzen Lüften, Absaugen und Waschen nicht, sondern ergänzen sie.

Bettwanzen erkennen

Bettwanzen sind flache, rotbraune Insekten, die sich vom Blut des Menschen ernähren. Sie sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Ritzen: in Matratzennähten, am Bettrahmen, hinter Fußleisten oder in Polstermöbeln. Eingeschleppt werden sie häufig über Reisegepäck.

Typische Anzeichen sind:

  • juckende Stiche, die oft in kleinen Gruppen oder Reihen liegen,
  • winzige Blutflecken auf der Bettwäsche,
  • dunkle, punktförmige Kotspuren an Matratze und Bettgestell,
  • abgestreifte Häute der Tiere.

Ein einzelnes Anzeichen ist noch kein Beweis. Lassen Sie Spuren im Zweifel von einem Fachbetrieb bestimmen. Hautreaktionen beurteilt Ihre Arztpraxis.

Verdacht auf Bettwanzen: was jetzt?

Bettwanzen sind hartnäckig und verstecken sich gut. Ein festgestellter Befall gehört deshalb in die Hände eines Fachbetriebs für Schädlingsbekämpfung. Bis zum Termin können Sie Folgendes tun:

  • Schlafen Sie möglichst weiter im gewohnten Bett, statt in andere Räume auszuweichen; sonst können sich die Tiere in der Wohnung verteilen.
  • Waschen Sie Bettwäsche und Kleidung aus dem Schlafzimmer so heiß, wie es die Pflegehinweise erlauben, und transportieren Sie sie in geschlossenen Säcken.
  • Bringen Sie keine Möbel, Matratzen oder Textilien aus dem Schlafzimmer in andere Räume.
  • Halten Sie Fotos von Spuren und Tieren für den Fachbetrieb bereit.

Ein Spray für Textilien ersetzt bei einem festgestellten Befall nicht die Hilfe eines Fachbetriebs.

Geöffneter Koffer auf einer Gepäckablage im hellen Schlafzimmer, daneben eine Taschenlampe
Nach Umzug oder Reise: Bettwanzen reisen gern in Gepäck, Kartons und gebrauchten Möbeln mit.

Auf Reisen und nach dem Umzug

Bettwanzen werden oft aus Hotels, Ferienwohnungen oder Schlafwagen mitgebracht, manchmal auch mit gebrauchten Möbeln. Mit ein paar Gewohnheiten verringern Sie das Risiko:

  • Stellen Sie Koffer und Taschen im Hotel nicht auf das Bett, sondern auf eine Gepäckablage.
  • Schauen Sie sich Matratzennähte und Bettrahmen an, bevor Sie auspacken.
  • Packen Sie zu Hause das Gepäck außerhalb des Schlafzimmers aus und waschen Sie die Kleidung gleich.
  • Sehen Sie gebrauchte Möbel und Matratzen gründlich an, bevor sie in die Wohnung kommen.

Wann ein Fachbetrieb gefragt ist

Viele Fälle lassen sich mit Lüften, Reinigen und Geduld in den Griff bekommen. In einigen Situationen sollten Sie aber nicht lange warten:

  • bei jedem Verdacht auf Bettwanzen,
  • wenn Sie Papierfischchen in mehreren Räumen finden,
  • wenn Silberfischchen trotz trockener Räume und abgedichteter Ritzen zahlreich bleiben.

Fragen Sie bei der Auswahl nach, wie der Betrieb vorgeht und welche Maßnahmen er vorschlägt. Wohnen Sie zur Miete, informieren Sie bei Bettwanzen oder Papierfischchen auch Ihre Vermieterin oder Ihren Vermieter, denn ein Befall kann Nachbarwohnungen betreffen.

Falle, Spray oder Fachbetrieb: was ist was?

Im Handel finden Sie für diese drei Mitbewohner sehr unterschiedliche Hilfsmittel. Es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten:

  • Klebefallen wie die Silberfischfalle arbeiten mechanisch: Ein Anlockstoff führt die Tiere zur Klebefläche, die sie festhält. Sie dienen dem Nachweis und zeigen, wo die Tiere laufen. Für einen eindeutigen Befall reichen sie nicht aus.
  • Abwehrsprays sind Biozidprodukte. Viele Sprays gegen Silberfische, Milben oder Bettwanzen sind als Abwehrmittel registriert, Produktart PT19. Sie sollen die Tiere von behandelten Flächen fernhalten.
  • Ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung bestimmt die Art, sucht die Ursache und entscheidet über die Maßnahmen bei einem festgestellten Befall.

Lesen Sie vor jeder Anwendung eines Sprays das Etikett. Dort stehen Flächen, Mengen und Wiederholungen, das Signalwort und die Gefahrenhinweise. Atmen Sie den Sprühnebel nicht ein, bewahren Sie das Spray unter Verschluss und für Kinder unerreichbar auf und lassen Sie es nicht in die Umwelt gelangen.

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Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.