Magazin · Schädlinge
Motten erkennen und loswerden
Kleidermotten oder Lebensmittelmotten? Woran Sie einen Befall erkennen, was Pheromonfallen zeigen und wie Sie Schrank und Vorräte gründlich reinigen. Dazu Hinweise zum Mottenspray.

Zwei Mottenarten, zwei verschiedene Probleme
Im Haushalt begegnen Ihnen vor allem zwei Arten von Motten: Kleidermotten und Lebensmittelmotten. Beide sind kleine, unscheinbare Falter, doch sie leben an ganz unterschiedlichen Orten und richten unterschiedlichen Schaden an. Kleidermotten findet man im Kleiderschrank, in Kommoden und an Teppichen. Lebensmittelmotten leben in der Küche, im Vorratsschrank und in der Speisekammer.
Den eigentlichen Schaden verursachen nicht die Falter, sondern ihre Larven. Die Larven der Kleidermotte fressen an Textilien aus tierischen Fasern wie Wolle, Seide oder Pelz. Die Larven der Lebensmittelmotten leben in trockenen Vorräten und durchziehen sie mit feinen Gespinsten. Wer Motten loswerden möchte, muss deshalb die Larven und ihre Verstecke erreichen, nicht nur die Falter.
Kleidermotten erkennen
Kleidermotten fliegen ungern und meiden das Licht. Sie halten sich in dunklen, wenig bewegten Ecken auf: hinten im Kleiderschrank, in Kisten mit Wintersachen oder unter Möbeln auf dem Teppich. Typische Anzeichen sind:
- kleine, unregelmäßige Löcher in Pullovern, Schals oder Mänteln,
- feine Gespinste oder röhrenförmige Hüllen an der Kleidung oder in Schrankecken,
- kleine Krümel in der Farbe des befallenen Stoffes,
- kleine, gelblich-graue Falter, die beim Öffnen des Schranks aufflattern.
Besonders gefährdet ist Kleidung, die lange ungetragen und ungewaschen im Schrank liegt. Gewaschene, regelmäßig getragene Kleidung wird seltener befallen.
Lebensmittelmotten erkennen
Lebensmittelmotten kommen häufig mit gekauften Vorräten ins Haus. Die Falter sitzen gern an der Decke oder an Wänden in der Nähe der Küche und fliegen vor allem abends. Ein Befall zeigt sich meist zuerst an den Vorräten selbst:
- feine, spinnwebartige Fäden in Mehl, Müsli, Nüssen oder Trockenobst,
- Vorräte, die verklumpen oder zusammenkleben,
- kleine, helle Larven in Packungen, an Deckeln oder in den Ritzen von Regalböden,
- Falter, die beim Öffnen des Vorratsschranks herausfliegen.
Prüfen Sie bei einem Verdacht alle Vorräte, auch geschlossene Papier- und Pappverpackungen. Die Larven können sich durch dünne Verpackungen hindurcharbeiten.
Pheromonfallen: einen Befall sichtbar machen
Pheromonfallen helfen Ihnen, Motten früh zu bemerken und den Befall einzugrenzen. Ein Lockstoff, das Pheromon, zieht die männlichen Falter an; sie bleiben auf der Klebefläche haften. Für Kleidermotten und für Lebensmittelmotten gibt es jeweils eigene Fallen, weil jede Art auf ihren eigenen Lockstoff reagiert.
So setzen Sie die Fallen ein: Ziehen Sie die Schutzfolie von der Klebefläche ab und hängen Sie die Falle auf oder stellen Sie sie hin, die Kleidermottenfalle im Kleiderschrank, in der Garderobe oder an der Kommode, die Lebensmittelmottenfalle in Küche, Speisekammer oder Vorratsschrank. Mehrere Fallen in verschiedenen Bereichen zeigen Ihnen, wo die Motten aktiv sind. Kontrollieren Sie die Fallen regelmäßig.
Wichtig zu wissen: Monitoring-Klebefallen dienen dem Nachweis von Schädlingen. Für die Bekämpfung eines eindeutigen Befalls reichen sie nicht aus. Sie fangen nur männliche Falter, nicht die Weibchen und nicht die Larven. Stellen Sie die Fallen so auf, dass Kinder und Haustiere nicht an die Klebefläche gelangen.
Schritt für Schritt
Bei Mottenbefall: so gehen Sie vor
- ErkennenFalter, Gespinste, Löcher oder verklumpte Vorräte
- EingrenzenPheromonfallen zeigen, wo Motten aktiv sind
- Aussortierenbefallene Vorräte entsorgen, Kleidung waschen
- ReinigenSchrank aussaugen, feucht auswischen, trocknen lassen
- KontrollierenFallen und Vorräte über Wochen weiter prüfen
Lebensmittelmotten in Küche und Vorratsschrank loswerden
Bei Lebensmittelmotten ist gründliches Aufräumen der wichtigste Schritt. Gehen Sie am besten so vor:
- Räumen Sie den Vorratsschrank vollständig aus und prüfen Sie jede Packung.
- Entsorgen Sie befallene Lebensmittel in einem verschlossenen Beutel und bringen Sie ihn gleich aus der Wohnung.
- Saugen Sie Regale, Ritzen, Bohrlöcher für Regalböden und Schrankecken gründlich aus.
- Wischen Sie alle Flächen feucht aus und lassen Sie den Schrank gut trocknen, bevor Sie ihn wieder einräumen.
- Füllen Sie trockene Vorräte in dicht schließende Gläser oder Dosen um.
Prüfen Sie in den folgenden Wochen weiter Vorräte und Fallen. Tauchen neue Falter auf, ist meist noch eine befallene Packung übersehen worden.
Kleidermotten im Kleiderschrank loswerden
Auch bei Kleidermotten beginnt alles mit dem Ausräumen. Nehmen Sie alle Kleidungsstücke aus dem befallenen Schrank und sehen Sie sie einzeln durch, besonders Wolle, Seide und andere tierische Fasern.
- Waschen Sie befallene oder verdächtige Kleidung so heiß, wie es das Pflegeetikett erlaubt.
- Stücke, die sich nicht waschen lassen, können Sie in einem verschlossenen Beutel einige Tage einfrieren oder in die Reinigung geben.
- Saugen Sie den leeren Schrank gründlich aus, auch Ecken, Fugen und Kleiderstangen, und wischen Sie ihn feucht aus.
- Saugen Sie auch Teppiche und Böden unter Möbeln ab, wo Larven ungestört bleiben.
- Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel danach außerhalb der Wohnung.
Mottenspray: was Sie beachten sollten
Ein Mottenspray kann das Aufräumen und Reinigen ergänzen, ersetzt es aber nicht. Viele Mottensprays sind als Abwehrmittel registriert. Sie sollen Motten von behandelten Flächen fernhalten, etwa in Schränken, Regalen oder Aufbewahrungsboxen. Wofür ein Spray registriert ist, steht auf dem Etikett.
- Lesen Sie vor der Anwendung das Etikett und halten Sie sich an die dort genannten Flächen und Mengen.
- Sprühen Sie nicht auf Lebensmittel und nicht in geöffnete Vorratspackungen.
- Beachten Sie Signalwort und Gefahrenhinweise auf dem Etikett und bewahren Sie das Spray für Kinder unerreichbar auf.
- Vermeiden Sie, dass Reste in Abfluss oder Gewässer gelangen, und entsorgen Sie Behälter so, wie es auf dem Etikett steht.
Ob ein Spray auf empfindlichen Textilien angewendet werden darf, entnehmen Sie ebenfalls dem Etikett.
Nach dem Aufräumen: dranbleiben
Auch nach gründlicher Reinigung können noch einzelne Eier oder Larven übersehen worden sein. Rechnen Sie deshalb damit, dass in den ersten Wochen noch vereinzelt Falter auftauchen. Das bedeutet nicht, dass alle Mühe umsonst war.
- Lassen Sie die Pheromonfallen hängen und schauen Sie regelmäßig nach, ob neue Falter haften.
- Wechseln Sie die Fallen so, wie es der Beipackzettel angibt.
- Prüfen Sie Vorräte und Kleiderschrank in den folgenden Wochen noch einige Male.
- Notieren Sie, wo und wann Sie Falter finden. So erkennen Sie, ob ein Bereich übersehen wurde.
Werden es mit der Zeit weniger Falter und bleiben die Fallen schließlich leer, spricht das dafür, dass Ihre Maßnahmen wirken. Kontrollieren Sie trotzdem weiter mit Fallen, vor allem in der warmen Jahreszeit.
So beugen Sie neuem Befall vor
Einige Gewohnheiten machen es Motten schwer, sich erneut einzunisten:
- Lagern Sie Kleidung nur sauber ein; getragene Wolle und Seide ziehen Kleidermotten an.
- Bewahren Sie Saisonkleidung in verschließbaren Beuteln oder Boxen auf.
- Bewegen und lüften Sie selten genutzte Kleidung ab und zu.
- Prüfen Sie neu gekaufte Vorräte und füllen Sie sie in dicht schließende Behälter um.
- Kaufen Sie Vorräte in Mengen, die Sie in absehbarer Zeit verbrauchen.
- Kontrollieren Sie mit Pheromonfallen, ob wieder Motten aktiv sind.

Wann Sie Hilfe holen sollten
Kommen die Motten trotz gründlicher Reinigung immer wieder, ist ein Befall großflächig, etwa in Teppichen und Polstermöbeln, oder geht es um wertvolle Textilien, lohnt sich fachkundige Hilfe. Eine Textilreinigung kann empfindliche Stücke behandeln. Bei einem hartnäckigen Befall kann ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb die Ursache suchen und beraten, welche Maßnahmen nötig sind.
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