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Kleiderschrank im Saisonwechsel: Wolle und Wintersachen einlagern

Wie Sie Winter- und Sommersachen vor dem Einlagern waschen, trocken verpacken, den Schrank reinigen und mit einer Pheromonfalle Kleidermotten früh bemerken.

Stand: 7 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Kleiderschrank im Saisonwechsel: Wolle und Wintersachen einlagern

Zweimal im Jahr: der große Kleiderwechsel

Im Frühjahr wandern Wollpullover, Schals und Wintermäntel in Kisten und Kleidersäcke, im Herbst kommen sie wieder hervor. Genau bei diesem Wechsel entscheidet sich, ob Kleidermotten in Ihrem Schrank leichtes Spiel haben. Ihre Larven fressen am liebsten an Kleidung, die ungewaschen und ungestört lange liegt.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Wolle, Kaschmir und andere Wintersachen vor dem Einlagern waschen, trocknen und verpacken, wie Sie den Schrank reinigen und wo die Sachen gut lagern. Sie erfahren, was eine Pheromonfalle zeigt, was ein Abwehrspray ist und was es nicht leistet, was von Hausmitteln zu halten ist und was Sie tun, wenn doch Löcher auftauchen.

Das Kleiderjahr

Wintersachen durchs Jahr: einlagern, kontrollieren, auspacken

  1. Frühjahr Wintersachen einlagernwaschen, ganz trocknen, dicht verpacken, beschriften
  2. Sommer Falle kontrollierenab und zu nachsehen, ob Falter haften, Datum notieren
  3. Herbst Auspacken und prüfenStück für Stück ansehen, ausschütteln, lüften
  4. Winter Tragen und lüftenWolle regelmäßig tragen, auslüften, sauber zurückhängen

Was Kleidermotten an Wolle lockt

Den Schaden richten nicht die kleinen Falter an, sondern ihre Larven. Sie ernähren sich von Keratin, einem Eiweiß, das in tierischen Fasern steckt. Deshalb trifft es vor allem Wolle, Kaschmir, Seide, Pelz und Federn, aber auch Teppiche aus Naturfasern. Reine Baumwolle und Kunstfasern bleiben eher verschont, außer sie sind stark verschmutzt oder mit Wolle gemischt.

Besonders anziehend ist getragene, ungewaschene Kleidung. Hautschuppen, Schweiß und kleine Essensreste machen sie für die Larven noch interessanter. Dazu kommen dunkle, ruhige Stellen, an denen niemand etwas bewegt: die hintere Ecke im Schrank, der Karton auf dem Dachboden, die Kiste unter dem Bett.

Vor dem Einlagern: waschen oder reinigen lassen

Lagern Sie nur saubere Kleidung ein. Auch ein Pullover, der nur einmal getragen wurde, trägt schon Spuren, die Motten anziehen. Waschen Sie jedes Stück so, wie es das Pflegeetikett vorgibt: Wolle und Kaschmir meist im Wollwaschgang oder von Hand, mit einem Waschmittel für Wolle.

Mäntel, Jacken mit Futter und empfindliche Stücke geben Sie in die Reinigung. Lassen Sie die Folie der Reinigung nicht dauerhaft um den Mantel, denn darunter staut sich leicht Feuchtigkeit. Prüfen Sie beim Waschen jedes Teil auf kleine Löcher, feine Gespinste oder Krümel. Was schon betroffen ist, lagern Sie getrennt und kümmern sich zuerst darum.

Gut trocken: lüften vor dem Verpacken

Feuchte Kleidung gehört nie in eine dichte Box. Restfeuchte führt zu Stockflecken und muffigem Geruch, und verpackt trocknet nichts mehr nach. Lassen Sie gewaschene Wolle liegend an der Luft trocknen und geben Sie ihr Zeit, besonders dicke Strickstücke.

Hängen Sie Mäntel nach der Reinigung eine Weile zum Lüften auf, bevor Sie sie verpacken. Greifen Sie zur Probe in Ärmel, Kragen und Taschen: Fühlt sich etwas kühl oder klamm an, warten Sie noch. Auch die Behälter selbst sollten trocken und sauber sein, bevor die Kleidung hineinkommt.

Verpacken: Beutel, Boxen, Kleidersäcke

Je dichter die Verpackung, desto weniger Wege finden Motten zur Kleidung. Gut geeignet sind Beutel mit Zipper, Kunststoffboxen mit dicht schließendem Deckel und Kleidersäcke mit Reißverschluss für Mäntel und Anzüge. Offene Kartons, Papiertüten und lose Stapel im Schrank lassen den Faltern dagegen viele Wege.

Legen Sie die Stücke locker hinein, nicht gequetscht, und packen Sie empfindliche Teile wie Kaschmir einzeln in einen Beutel. So lässt sich im Herbst ein einzelnes Teil prüfen, ohne alles zu öffnen. Beschriften Sie jede Box mit Inhalt und Datum. Vakuumbeutel sparen Platz, eignen sich aber nicht für jedes Material; fragen Sie im Zweifel im Fachhandel.

Gestapelte, dicht schließende Klarsichtboxen mit gefalteten Wollpullovern im Regal
Je dichter die Verpackung, desto weniger Wege finden Motten zur Kleidung: Boxen mit dicht schließendem Deckel eignen sich gut.

Vor dem Einlagern

Bereit für die Kiste?

Kleidung

  • gewaschen oder gereinigt
  • vollständig trocken
  • auf Löcher und Gespinste geprüft

Verpackung

  • Beutel, Box oder Kleidersack dicht geschlossen
  • mit Inhalt und Datum beschriftet
  • keine offenen Kartons

Schrank

  • ausgesaugt, auch Ecken und Bohrlöcher
  • feucht ausgewischt und trocken
  • Falle aufgestellt, Datum notiert

Den Schrank leeren und reinigen

Der Saisonwechsel ist die Gelegenheit, den Kleiderschrank einmal ganz zu leeren. Saugen Sie ihn gründlich aus, auch Ecken, Fugen, Bohrlöcher für Regalböden und die Kleiderstange. Larven und Eier sitzen gern an Stellen, die man sonst nie erreicht.

Wischen Sie den Schrank danach feucht aus und lassen Sie ihn offen trocknen, bevor Sie wieder einräumen. Denken Sie auch an Schubladen, Kommoden und den Boden unter dem Schrank. Werfen Sie den Staubsaugerbeutel gleich danach in den Müll vor dem Haus, damit nichts zurück in die Wohnung wandert.

Der richtige Lagerort

Wintersachen lagern am besten kühl, trocken und an einem Ort, an dem Sie ab und zu vorbeikommen. Ein Schrank im Schlafzimmer oder eine Kommode im Flur eignen sich meist besser als ein feuchter Keller oder ein heißer Dachboden. Wärme und Feuchtigkeit tun weder der Wolle noch der Verpackung gut.

Stellen Sie Boxen nicht direkt an kalte Außenwände, an denen sich Feuchtigkeit sammeln kann. Lassen Sie im Schrank etwas Luft zwischen den Behältern. Schauen Sie über den Sommer gelegentlich nach, ob Deckel und Reißverschlüsse noch geschlossen sind, und öffnen Sie dabei den Schrank zum Lüften.

Pheromonfalle: sehen, ob Falter fliegen

Ob trotz aller Sorgfalt Kleidermotten unterwegs sind, zeigt eine Pheromonfalle. Die Kleidermottenfalle von HomeBugProtect lockt laut Produktbeschreibung mit einem Pheromon männliche Kleidermotten an, die auf der Klebefläche haften bleiben. In der Packung sind 6 Fallen, für Kleiderschrank, Garderobe, Kommode und andere Orte mit Textilien. Laut Beschreibung arbeitet sie ohne störenden Geruch.

Hängen Sie die Falle in den Schrank oder stellen Sie sie hin, außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren, und notieren Sie das Datum. Die Falle dient dem Nachweis: Larven fängt sie nicht, und Weibchen fliegen kaum. Eine leere Falle ist deshalb kein Beweis. Bleibt sie über längere Zeit leer, spricht das aber dafür, dass Ihre Maßnahmen wirken. Wann Sie die Falle wechseln, steht auf dem Beipackzettel.

Motten-Spray: was ein Abwehrmittel ist

Im Handel gibt es Mottensprays für Schränke, Regale und Aufbewahrungsboxen. Viele sind als Abwehrmittel der Produktart PT19 registriert. Ein solches Spray soll Motten von behandelten Flächen fernhalten. Es ersetzt weder Waschen noch Reinigen noch das dichte Verpacken, und einen festgestellten Befall beendet es nicht.

  • Lesen Sie das Etikett vollständig, bevor Sie sprühen. Welche Flächen und Textilien Sie behandeln dürfen, wie viel und wie oft, steht allein dort.
  • Besprühen Sie keine Lebensmittel und atmen Sie den Sprühnebel nicht ein.
  • Beachten Sie Signalwort und Gefahrenhinweise und lagern Sie das Spray unter Verschluss, wo Kinder nicht herankommen.
  • Lassen Sie das Mittel nicht in Abfluss oder Gewässer gelangen.

Ob ein Spray auf Wolle oder Kaschmir angewendet werden darf, entnehmen Sie ebenfalls dem Etikett.

Was ist was?

Falle, Abwehrspray, Hausmittel: wofür sie gedacht sind

  • Pheromonfalle

    • zeigt, ob männliche Falter fliegen
    • fängt keine Larven
    • leere Falle ist kein Beweis
  • Abwehrspray (PT19)

    • soll Motten von behandelten Flächen fernhalten
    • Flächen, Menge und Wiederholung laut Etikett
    • ersetzt Waschen und dichtes Verpacken nicht
  • Hausmittel

    • Lavendel und Zedernholz duften
    • dass sie Motten fernhalten, ist nicht belegt
    • kein Ersatz für Sauberkeit und Kontrolle

Die Grundlage bleiben saubere Kleidung, dichte Verpackung und regelmäßige Kontrolle.

Produktdaten HomeBugProtect Motten-Spray (zahlenfakten: PT19) und Kleidermottenfalle (technische_daten), Stand 10/2026

Auspacken im Herbst: erst prüfen, dann tragen

Wenn es kühler wird, holen Sie die Wintersachen wieder hervor. Öffnen Sie die Boxen am besten bei Tageslicht und sehen Sie sich jedes Stück kurz an, bevor es in den Schrank kommt. Achten Sie auf kleine Löcher, feine Gespinste, röhrenförmige Hüllen an Nähten und Falten und Krümel in der Farbe des Stoffes.

Ist alles in Ordnung, schütteln Sie die Kleidung aus und lüften sie gut, damit der Geruch der Verpackung verfliegt. Tragen Sie Wolle im Winter regelmäßig und hängen Sie sie nach dem Tragen nicht sofort zurück, sondern lassen Sie sie auslüften. Kleidung, die bewegt wird, bietet den Larven wenig Ruhe.

Hausmittel: was davon zu halten ist

Lavendelsäckchen, Zedernholz und Duftöle sind beliebt, weil sie angenehm riechen. Dass sie Kleidermotten fernhalten, ist nicht belegt. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf sie. Saubere Kleidung, dichte Verpackung und eine Falle zur Kontrolle bleiben die Grundlage. Ätherische Öle können zudem Flecken auf Stoffen hinterlassen; legen Sie Duftsäckchen nicht direkt auf empfindliche Kleidung.

Oft wird auch geraten, betroffene Stücke in einem verschlossenen Beutel einzufrieren. Wie lange das nötig ist und ob es sich für ein bestimmtes Material eignet, dazu gehen die Angaben auseinander. Fragen Sie im Zweifel eine Textilreinigung oder einen Fachbetrieb.

Wenn doch Löcher auftauchen

Ein Loch im Pullover ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Nehmen Sie das betroffene Stück sofort aus dem Schrank, verpacken Sie es in einem dichten Beutel und kontrollieren Sie alle Textilien in der Nähe, besonders Wolle, Kaschmir und Seide. Waschen oder reinigen Sie betroffene und verdächtige Stücke nach den Pflegehinweisen.

Saugen Sie den Schrank gründlich aus und stellen Sie in der Nähe eine weitere Falle auf, um die Stelle einzugrenzen. Kommen trotz allem immer wieder neue Löcher dazu, sind Teppiche oder Polster betroffen oder geht es um wertvolle Stücke, holen Sie sich Rat bei einer Textilreinigung oder einem Schädlingsfachbetrieb.

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Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.