Magazin · Senioren
Rollator im Mehrfamilienhaus: Treppenhaus, Aufzug, Abstellplatz
Wo der Rollator im Mehrfamilienhaus stehen kann, wie Sie mit Aufzug und Treppenhaus zurechtkommen und was Sie mit Vermietung und Nachbarn klären.

Oben wohnen, unten parken?
Wer im dritten Stock wohnt und einen Rollator braucht, steht jeden Tag vor derselben Frage: Wohin mit ihm, wenn er gerade nicht gebraucht wird? Die Treppe hinauftragen ist mühsam, im Hausflur stehen lassen nicht immer erlaubt, und in der Wohnung ist oft wenig Platz.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Lösungen es im Mehrfamilienhaus gibt: mit und ohne Aufzug, im Hausflur, in der Wohnung, im Keller oder mit einem zweiten Rollator unten. Er erklärt, worauf es beim Brandschutz ankommt und wie Sie das Gespräch mit Vermietung und Nachbarn vorbereiten. Rechtsfragen beantwortet er nur allgemein; im Einzelfall helfen Vermietung, Hausverwaltung oder ein Mieterverein weiter.
Passt der Rollator in Aufzug und Tür?
Bevor Sie über einen Abstellplatz nachdenken, lohnt sich ein Blick auf die Maße. Beide Modelle, um die es hier geht, messen 58 cm in der Breite; der Komfort-Rollator ist außerdem 70 cm lang. Messen Sie die lichte Breite Ihrer Wohnungstür, der Haustür und der Aufzugstür sowie die Tiefe der Kabine.
Der Rollator 3-fach faltbar misst zusammengefaltet 65 × 35 × 40 cm und wiegt 7,2 kg. Gefaltet braucht er wenig Platz, etwa in einer kleinen Kabine oder neben der Garderobe. Für den Komfort-Rollator ist kein Faltmaß angegeben; falten Sie ihn einmal zur Probe und messen Sie selbst nach. Mit diesen Zahlen lässt sich jede weitere Frage leichter klären.

Maße fürs Haus
Die Maße, die im Treppenhaus zählen
- 58 cmBreite Komfort und 3-fachmit Tür und Aufzugstür vergleichen
- 70 cmLänge Komfort-Rollatormit der Tiefe der Kabine vergleichen
- 65 × 35 × 40Faltmaß in cm, 3-fach faltbargefaltet für Nische, Abstellraum oder Kabine
- 7,2 kgGewicht 3-fach faltbarwichtig, wenn jemand ihn hinaufträgt
Im Aufzug: hinein, wenden, hinaus
Ein Aufzug im Haus macht vieles einfacher, doch die Kabinen sind oft knapp bemessen. Warten Sie, bis die Kabine leer ist oder nur wenige Menschen darin stehen. Drücken Sie vor dem Einsteigen die Taste zum Offenhalten der Tür, wenn es eine gibt, oder bitten Sie jemanden, die Tür aufzuhalten.
In einer engen Kabine bleibt Ihnen oft nur, vorwärts hineinzugehen und beim Aussteigen rückwärts hinauszugehen. Schauen Sie dabei über die Schulter, denn vor der Tür kann jemand stehen. Legen Sie während der Fahrt die Feststellbremse ein und halten Sie sich am Handlauf der Kabine oder an den Griffen fest. Fällt der Aufzug einmal aus, hilft ein Plan B aus den nächsten Kapiteln.
Treppenhaus ohne Aufzug: tragen lassen oder zwei Rollatoren
Ohne Aufzug wird jede Treppe zur Frage der Kraft. Brauchen Sie auf der Treppe beide Hände am Handlauf, sollten Sie den Rollator nicht selbst tragen. Dann bleiben drei Wege: Jemand trägt ihn für Sie hinauf, er bleibt unten stehen, oder Sie nutzen zwei Rollatoren.
Mit zwei Rollatoren steht einer unten, etwa im Hausflur oder im Keller, und einer oben in der Wohnung. Den unteren nutzen Sie für Wege nach draußen, den oberen für die Wohnung. Wird der Rollator getragen, ist ein leichtes Modell eine Erleichterung; der Rollator 3-fach faltbar wiegt 7,2 kg. Lassen Sie ihn gefaltet tragen, damit die Räder nicht an Stufen und Geländer schlagen.
Vier Lösungen
Wohin mit dem Rollator, wenn die Wohnung oben liegt?
- Im Hausflur nach Absprachefester Platz, der niemanden behindert, mit Zusage der Vermietung
- Gefaltet in der Wohnungin Nische oder Abstellraum, abseits der Laufwege
- Keller oder Fahrradraumtrocken, ohne Stufen erreichbar, möglichst abschließbar
- Zweiter Rollator unteneiner für draußen, einer für die Wohnung
Im Hausflur abstellen: Hausordnung und Absprache
Viele Menschen möchten den Rollator im Hausflur oder unter der Treppe abstellen. Ob das geht, regeln Mietvertrag und Hausordnung oft nur allgemein. Entscheidend sind meist der Platz, der Brandschutz und die Frage, ob andere Bewohner behindert werden.
Suchen Sie eine Stelle, an der der Rollator niemandem im Weg steht: eine Nische, eine Ecke neben dem Eingang oder den Raum unter der Treppe. Stellen Sie ihn immer an denselben Platz, gefaltet, wenn möglich, und mit eingelegter Bremse. Ein kleines Namensschild am Rahmen zeigt den Nachbarn, wem er gehört. Klären Sie mit der Vermietung oder Hausverwaltung, ob und wo der Rollator dauerhaft im Flur stehen kann.
Flucht- und Rettungswege freihalten
Das Treppenhaus ist in den meisten Mehrfamilienhäusern auch der Weg nach draußen, wenn es einmal brennt. Deshalb kommt es darauf an, dass Treppe, Podeste und Türen frei bleiben. Ein Rollator, der den Durchgang verengt oder vor einer Tür steht, kann Bewohnern und Feuerwehr im Weg sein.
Stellen Sie den Rollator deshalb nie auf die Treppe, auf schmale Podeste oder vor Haus-, Keller- und Wohnungstüren. Auch Stromzähler, Briefkästen und Feuerlöscher sollten erreichbar bleiben. Fragen Sie im Zweifel bei der Hausverwaltung nach, welche Stellen im Haus als Abstellplatz in Frage kommen.
Mit Vermietung und Hausverwaltung sprechen
Ein Gespräch klärt die Lage meist schneller als ein Brief. Bereiten Sie es vor: Notieren Sie die Maße Ihres Rollators, schlagen Sie einen festen Platz vor und machen Sie, wenn möglich, ein Foto der Stelle. Erklären Sie kurz, warum Sie den Rollator unten brauchen, etwa weil Sie ihn nicht die Treppe hinauftragen können.
Halten Sie das Ergebnis schriftlich fest, zum Beispiel per E-Mail oder als kurze Notiz, die beide Seiten bestätigen. So gibt es später keine Missverständnisse, auch wenn die Hausverwaltung wechselt. Kommen Sie nicht weiter, kann ein Mieterverein oder eine Rechtsberatung im Einzelfall helfen; eine allgemeine Zusage können wir an dieser Stelle nicht geben.
Zum Gespräch
Das Gespräch mit der Vermietung vorbereiten
Maße
- Breite und Länge des Rollators
- Faltmaß, wenn Sie ihn falten können
Abstellort
- Vorschlag für einen festen Platz
- Foto der Stelle
Fluchtweg
- Treppe und Podeste bleiben frei
- Kein Platz vor Türen, Zählern oder Feuerlöschern
Absprache
- Ergebnis schriftlich festhalten
- Nachbarn informieren
Nachbarn einbinden
Gute Nachbarschaft hilft im Treppenhaus mehr als jede Regel. Sprechen Sie Ihre Nachbarn an, bevor der Rollator zum ersten Mal unten steht. Wer weiß, warum er dort steht, hat in der Regel Verständnis und stellt seine eigenen Dinge nicht davor.
Nachbarn können auch ganz praktisch helfen: den Rollator hinauftragen, die Haustür aufhalten oder Bescheid geben, wenn der Aufzug ausfällt. Tauschen Sie Telefonnummern aus, wenn Sie sich gut verstehen. Und achten Sie selbst darauf, dass der Rollator ordentlich steht, damit niemand darüber klagen muss.
Gefaltet in der Wohnung verstauen
Ist im Hausflur kein Platz, bleibt die Wohnung. Ein faltbarer Rollator braucht gefaltet wenig Raum: Beim Rollator 3-fach faltbar sind es 65 × 35 × 40 cm, die in eine Garderobennische, einen Abstellraum oder neben einen Schrank passen können. Stellen Sie ihn so ab, dass er nicht im Laufweg steht und Sie selbst nicht darüber stolpern.
Wichtig ist, dass Sie ihn ohne Mühe wieder erreichen. Ein Platz direkt an der Wohnungstür ist praktisch, solange der Flur breit genug bleibt. Muss der Rollator dafür die Treppe hinauf, gilt das, was im Kapitel zum Treppenhaus steht.
Keller, Fahrradraum, Garage
Manche Häuser haben einen Fahrradraum, einen Kinderwagenraum oder einen Kellerverschlag nahe dem Ausgang. Solche Räume sind oft eine gute Lösung, wenn sie ohne Stufen erreichbar sind. Fragen Sie die Hausverwaltung, ob Sie dort einen Platz bekommen, und ob der Raum abgeschlossen werden kann.
Achten Sie darauf, dass der Raum trocken ist. In einem feuchten Keller setzen Staub und Feuchtigkeit Rahmen, Bremsen und Tasche zu. Nehmen Sie die Tasche mit in die Wohnung, damit nichts darin klamm wird. Eine Garage ist eine Möglichkeit, wenn Sie vom Auto direkt zum Rollator wechseln.
Wenn der Weg nach oben zu beschwerlich wird
Wird die Treppe trotz aller Hilfen zur täglichen Last, ist es Zeit für ein größeres Gespräch. Eine Wohnberatungsstelle oder Pflegeberatung kann einschätzen, welche Möglichkeiten es gibt, vom Handlauf auf beiden Seiten bis zu einem Treppenlift. Bauliche Änderungen im Treppenhaus stimmen Sie vorher mit der Vermietung ab; welche Rechte und Pflichten dabei gelten, erfahren Sie etwa bei einem Mieterverein.
Manchmal ist auch ein Wohnungstausch im Haus oder ein Umzug in eine Wohnung mit Aufzug eine Lösung. Sprechen Sie offen mit Ihren Angehörigen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, bevor die Treppe Sie vom Rausgehen abhält.
Medizinprodukt. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung und keine ärztliche Beratung.






