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Gut vorbereitet in die Arztpraxis: Beschwerden und Werte notieren

Wie Sie einen Arzttermin vorbereiten: Beschwerden und Werte notieren, Medikamente und Unterlagen mitnehmen, ein Selbsttest-Ergebnis richtig mitbringen und im Gespräch die wichtigen Fragen stellen.

Stand: 7 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Gut vorbereitet in die Arztpraxis: Beschwerden und Werte notieren

Ein Termin, der gut genutzt sein will

Die Zeit in der Sprechstunde ist oft knapp. Kaum sitzt man im Behandlungszimmer, sind die wichtigen Fragen vergessen, und zu Hause fällt einem ein, was man eigentlich erzählen wollte. Mit einer guten Vorbereitung holen Sie mehr aus dem Termin heraus, für sich und für Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Beschwerden und Werte notieren, welche Unterlagen in eine Mappe für den Termin gehören und wie Sie ein Selbsttest-Ergebnis mitbringen. Er hilft Ihnen, Fragen vorzubereiten, im Gespräch den Überblick zu behalten und nach dem Termin die nächsten Schritte festzuhalten. Am Ende steht, wann Sie nicht auf einen Termin warten sollten.

Vor dem Termin: Anlass und Erwartung klären

Überlegen Sie vorher, warum Sie in die Praxis gehen und was Sie sich von dem Termin erhoffen. Geht es um neue Beschwerden, um eine Kontrolle oder um ein Ergebnis, das Sie besprechen möchten? Fassen Sie Ihr Hauptanliegen in einem Satz zusammen, damit Sie es gleich zu Beginn nennen können.

Sagen Sie schon bei der Terminvereinbarung, worum es geht. Dann kann die Praxis die passende Zeit einplanen und Ihnen sagen, ob Sie nüchtern kommen, Unterlagen mitbringen oder vorher etwas beachten sollen. Haben Sie mehrere Anliegen, fragen Sie, ob ein längerer Termin oder zwei getrennte Termine sinnvoll sind.

Zeitplan

Vom Notieren bis nach dem Termin

  1. Einige Tage vorher NotierenBeschwerden, Werte und Fragen aufschreiben, Unterlagen sammeln
  2. Am Vorabend Mappe packenMedikamentenliste, Befunde und Selbsttest-Ergebnis mit Datum
  3. Im Wartezimmer DurchlesenHauptanliegen und Fragen noch einmal ansehen
  4. Im Gespräch Anliegen nennenNotizen vorlesen, nachfragen, mitschreiben
  5. Danach FesthaltenVereinbarungen, Termine und offene Fragen notieren

Beschwerden aufschreiben: seit wann, wie oft, wie stark

Notieren Sie in den Tagen vor dem Termin, was Ihnen auffällt: seit wann die Beschwerden bestehen, wie oft sie auftreten, wie stark sie sind und ob sie sich verändern. Hilfreich ist auch, in welchen Situationen sie auftreten und was sie besser oder schlechter macht.

Für die Stärke genügt eine einfache Einteilung von leicht über mittel bis stark. Beschreiben Sie mit Ihren eigenen Worten statt mit Fachbegriffen: „ziehend im unteren Rücken, morgens stärker“ sagt mehr als „Rückenprobleme“. Haben Sie zu Hause Werte gemessen, etwa Blutdruck oder Gewicht, tragen Sie sie mit Datum und Uhrzeit in eine Liste ein.

Geschlossene Dokumentenmappe mit farbigen Trennblättern neben einem Stift
Eine Mappe hält Notizen, Medikamentenliste, frühere Befunde und Ihr Selbsttest-Ergebnis mit Datum für den Termin beisammen.

Die Mappe für den Termin

Eine Mappe, in der alles Wichtige beisammen ist, nimmt am Termintag den Stress heraus. Legen Sie hinein: Ihre Notizen zu den Beschwerden, die Medikamentenliste, frühere Befunde und Arztbriefe, Ihr Selbsttest-Ergebnis mit Datum, Ihre Fragen und, falls nötig, die Überweisung.

Denken Sie auch an die Unterlagen, die Sie für die Anmeldung brauchen. Kommen Sie zum ersten Mal in eine Praxis, nehmen Sie außerdem Ihren Impfpass und, falls vorhanden, Ihren Medikationsplan mit. Bewahren Sie die Mappe nach dem Termin auf und ergänzen Sie neue Befunde, so wächst sie mit jedem Besuch.

Checkliste

Was in die Mappe gehört

Notizen

  • Beschwerden mit Beginn, Häufigkeit und Stärke
  • selbst gemessene Werte mit Datum
  • Fragenliste

Unterlagen

  • Medikamentenliste mit Nahrungsergänzung
  • frühere Befunde und Arztbriefe
  • Überweisung, falls nötig

Selbsttest

  • Test, Datum und Ergebnis notiert
  • Foto des Tests beim Ablesen

Medikamente und Nahrungsergänzung auflisten

Schreiben Sie alle Mittel auf, die Sie einnehmen, auch frei verkäufliche: Tabletten, Tropfen, Sprays, Salben, Vitamine und andere Nahrungsergänzungsmittel. Notieren Sie zu jedem Mittel den Namen, die Stärke laut Packung, wie oft und wann Sie es nehmen und seit wann.

Einfacher geht es, wenn Sie die Packungen mitnehmen oder fotografieren. Haben Sie einen Medikationsplan, bringen Sie ihn mit und lassen Sie ihn bei Änderungen ergänzen. Erwähnen Sie auch, wenn Sie ein Mittel nicht vertragen oder abgesetzt haben. Wechselwirkungen und Einflüsse auf Laborwerte kann die Praxis nur berücksichtigen, wenn sie alle Mittel kennt.

Ein Selbsttest-Ergebnis mitbringen

Haben Sie zu Hause einen Selbsttest gemacht, etwa zu Vitamin D, Ferritin oder TSH, gehört das Ergebnis in die Mappe. Notieren Sie, welcher Test es war, wann Sie ihn gemacht haben und was er angezeigt hat. Ein Foto, das Sie beim Ablesen machen, hilft, das Ergebnis in der Praxis zu zeigen.

Laut Produktdaten liegt das Ergebnis beim Ferritin-Test von HomeHuLab nach 5 Minuten vor, beim Vitamin-D- und beim TSH-Test nach 10 Minuten. Ein Selbsttest gibt einen ersten Hinweis, keine Diagnose. Er zeigt nur, ob ein Wert eine festgelegte Grenze über- oder unterschreitet, nicht, woher das kommt. Was das Ergebnis für Sie bedeutet, ordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein, zusammen mit Ihren Beschwerden und, wenn nötig, weiteren Untersuchungen.

Fragen vorbereiten

Schreiben Sie Ihre Fragen vor dem Termin auf und ordnen Sie sie so, dass Ihr Hauptanliegen zuerst kommt. Mögliche Fragen sind:

  • Was könnte hinter meinen Beschwerden stecken?
  • Welche Untersuchungen sind sinnvoll, und was zeigen sie?
  • Was bedeutet mein Selbsttest-Ergebnis für mich?
  • Was kann ich selbst tun, und worauf sollte ich achten?
  • Wann soll ich wiederkommen, und woran merke ich, dass ich früher kommen sollte?

Lassen Sie auf dem Zettel Platz für die Antworten. Auch scheinbar kleine Fragen dürfen Sie stellen. Ist Ihnen ein Thema unangenehm, sagen Sie das ruhig gleich zu Beginn, das erleichtert das Gespräch.

Im Gespräch: zuhören, nachfragen, mitschreiben

Nennen Sie Ihr Anliegen gleich zu Beginn und lesen Sie Ihre Notizen ruhig vor. Zeigen Sie Ihr Selbsttest-Ergebnis und die Medikamentenliste. Hören Sie dann zu und fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen; Fachwörter dürfen Sie sich erklären lassen.

Schreiben Sie die Kernpunkte mit oder bitten Sie Ihre Begleitung darum. Wiederholen Sie am Ende in eigenen Worten, was vereinbart wurde: welche Untersuchungen folgen, ob sich an Ihren Medikamenten etwas ändert und wann Sie wiederkommen. So merken beide Seiten, ob etwas missverstanden wurde.

Schritt für Schritt

Das Gespräch in fünf Schritten

  1. Anliegen nennengleich zu Beginn, in einem Satz
  2. Notizen vorlesenBeschwerden, Werte und Medikamente
  3. Ergebnis zeigenSelbsttest mit Datum und Foto
  4. NachfragenFachwörter erklären lassen, die Fragenliste durchgehen
  5. Vereinbarung wiederholenin eigenen Worten: Untersuchungen, Medikamente, nächster Termin

Begleitung mitnehmen

Eine vertraute Person kann im Gespräch mitschreiben, nachfragen und Sie später an Vereinbarungen erinnern. Das hilft besonders bei schwierigen Themen, bei vielen Informationen auf einmal oder wenn Sie sich nicht gut fühlen.

Besprechen Sie vorher, welche Rolle Ihre Begleitung übernehmen soll: nur zuhören, mitschreiben oder auch selbst Fragen stellen. Sagen Sie in der Praxis zu Beginn, wer Sie begleitet und dass die Person dabei sein darf. Möchten Sie einen Teil des Gesprächs allein führen, ist das ebenso in Ordnung. Sprechen Sie wenig Deutsch, fragen Sie vorher, welche Hilfe bei der Verständigung die Praxis kennt.

Nach dem Termin: Befunde und nächste Schritte

Notieren Sie gleich nach dem Termin, was besprochen wurde, solange es noch frisch ist: Untersuchungen, neue oder geänderte Medikamente, Termine zur Kontrolle und offene Fragen. Bitten Sie um Kopien von Befunden und Laborwerten für Ihre Mappe.

Ist etwas unklar geblieben oder fallen Ihnen zu Hause neue Fragen ein, rufen Sie in der Praxis an. Halten Sie sich an die Vereinbarungen, auch wenn es Ihnen schon besser geht, und notieren Sie, wie sich Ihre Beschwerden entwickeln. Diese Notizen sind die Grundlage für den nächsten Termin.

Bei akuten Beschwerden nicht auf den Termin warten

Eine gute Vorbereitung ist für geplante Termine gedacht. Haben Sie plötzlich starke Beschwerden, etwa Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungen, Sprachstörungen oder starke Blutungen, warten Sie weder auf einen Termin noch auf das Ergebnis eines Selbsttests. Rufen Sie dann den Notruf.

Sind die Beschwerden nicht lebensbedrohlich, können aber nicht bis zum nächsten Termin warten, wenden Sie sich an Ihre Praxis oder außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Ihre Mappe nehmen Sie mit, wenn es die Lage erlaubt.

Ein Selbsttest ersetzt keine ärztliche Diagnose. Lassen Sie ein auffälliges Ergebnis ärztlich abklären; auch ein unauffälliges Ergebnis schließt eine Erkrankung nicht sicher aus.

In-vitro-Diagnostikum zur Eigenanwendung. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.

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