Magazin · Tiere

Eine Katze zieht ein: die ersten Wochen zu Hause

Wie Sie den Einzug einer Katze vorbereiten: ein ruhiges erstes Zimmer, feste Plätze für Klo, Futter und Wasser, ein Kratzplatz vom ersten Tag an, Möbelschutz und die ersten Bürstenübungen.

Stand: 7 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Eine Katze zieht ein: die ersten Wochen zu Hause

Ein neues Familienmitglied

Die Entscheidung ist gefallen: Eine Katze aus dem Tierheim, von einer Tierschutzorganisation oder aus privater Hand zieht bei Ihnen ein. Für Sie ist das ein Grund zur Freude, für die Katze zunächst ein großer Umbruch. Neue Gerüche, fremde Geräusche und Menschen, die sie noch nicht kennt, machen vielen Tieren in den ersten Tagen Angst.

Dieser Ratgeber begleitet Sie durch die ersten Wochen. Er zeigt, wie Sie ein ruhiges erstes Zimmer einrichten, was am ersten Tag bereitsteht und warum Rückzug erlaubt ist. Es geht um feste Plätze für Klo, Futter und Wasser, um den Kratzplatz und den Schutz Ihrer Möbel, um das Kennenlernen von Kindern und anderen Tieren, ums Bürsten und um den ersten Termin in der Tierarztpraxis.

Vor dem Einzug: ein ruhiges erstes Zimmer

Eine ganze Wohnung ist für eine neue Katze zu viel auf einmal. Richten Sie deshalb ein Zimmer als Startplatz ein, in dem es ruhig ist und wenig Durchgangsverkehr herrscht. Dort stehen Katzenklo, Futter, Wasser, ein Schlafplatz, ein Versteck und ein Kratzplatz. Ein Karton mit einer Decke reicht als Versteck oft völlig aus.

Gehen Sie das Zimmer vorher mit den Augen einer Katze durch. Gekippte Fenster, offene Schranktüren, herabhängende Kabel und kleine Dinge, die man verschlucken könnte, räumen Sie weg oder machen sie unzugänglich. Welche Zimmerpflanzen für Katzen problematisch sind, fragen Sie am besten in der Tierarztpraxis oder im Tierheim.

Was am ersten Tag bereitsteht

Am Tag des Einzugs sollte alles fertig sein, damit Sie sich ganz der Katze widmen können. Fragen Sie im Tierheim oder bei den bisherigen Haltern, welches Futter und welche Streu die Katze kennt. Bekannte Gerüche und Gewohnheiten geben ihr Halt, wenn alles andere neu ist.

Planen Sie den Einzug für einen ruhigen Tag, an dem Sie zu Hause sind und kein Besuch kommt. Stellen Sie die Transportbox im Startzimmer ab, öffnen Sie die Tür und lassen Sie die Katze selbst entscheiden, wann sie herauskommt. Ein Tuch aus dem bisherigen Zuhause, auf dem sie geschlafen hat, hilft beim Ankommen.

Erstausstattung

Das steht am ersten Tag bereit

Klo

  • Katzenklo mit der gewohnten Streu
  • Schaufel und Beutel

Futter und Wasser

  • ein Napf für Futter und einer für Wasser
  • das Futter, das die Katze schon kennt

Schlafen und Verstecken

  • Transportbox, Schlafplatz und ein Karton als Versteck
  • ein Tuch mit vertrautem Geruch

Kratzen und Spielen

  • fester Kratzplatz im Startzimmer
  • Spielzeug und Kratzschutzfolie für empfindliche Flächen

Die ersten Tage: Rückzug erlauben

Viele Katzen verkriechen sich zuerst hinter dem Sofa, unter dem Bett oder in ihrem Karton. Das ist normal und kein schlechtes Zeichen. Ziehen Sie die Katze nicht aus ihrem Versteck, sondern setzen Sie sich ruhig ins Zimmer, lesen Sie etwas oder sprechen Sie leise mit ihr. So lernt sie Ihre Stimme kennen, ohne bedrängt zu werden.

Lassen Sie die Katze von sich aus kommen und bieten Sie ihr die Hand zum Schnuppern an, bevor Sie sie streicheln. Wie schnell sie Vertrauen fasst, ist sehr verschieden. Frisst sie, nutzt das Klo und kommt zum Spielen hervor, ist das ein gutes Zeichen. Dann öffnen Sie nach und nach weitere Räume.

Ankommen

Wie eine Katze Schritt für Schritt ankommt

  1. Am ersten Tag Ankommen im StartzimmerDie Box steht offen, die Katze kommt heraus, wann sie will.
  2. Die ersten Tage Rückzug erlaubtVerstecken ist normal; Sie bleiben in der Nähe und sprechen leise.
  3. Danach Feste AbläufeFutter, Klo und Spiel zu ähnlichen Zeiten geben Halt.
  4. Mit der Zeit Weitere Räume öffnenErst, wenn die Katze frisst, das Klo nutzt und zum Spielen kommt.
  5. Ist alles vertraut Neue BegegnungenKinder, andere Tiere und Besuch lernt sie in Ruhe kennen.

Klo, Futter, Wasser: feste Plätze

Katzen lieben Ordnung. Das Katzenklo steht an einem ruhigen Ort, nicht direkt neben Futter und Wasser. Lassen Sie es in den ersten Wochen an derselben Stelle, auch wenn die Katze schon weitere Räume erkundet. Soll es später an einen anderen Platz, verschieben Sie es nur in kleinen Schritten.

Füttern Sie anfangs das Futter, das die Katze kennt, und zu ähnlichen Zeiten wie bisher. Möchten Sie etwas umstellen, besprechen Sie das mit der Tierarztpraxis. Frisches Wasser steht an mehreren Stellen bereit. Frisst Ihre Katze in den ersten Tagen gar nicht oder nutzt sie das Klo nicht, rufen Sie in der Praxis an.

Ein Kratzplatz vom ersten Tag an

Kratzen gehört zum normalen Verhalten von Katzen. Sie pflegen damit ihre Krallen, strecken sich und hinterlassen eine Duftmarke. Ein Kratzplatz gehört deshalb schon ins Startzimmer, bevor die Katze ein Sofa oder einen Türrahmen für sich entdeckt.

Stellen Sie ihn dorthin, wo Ihre Katze schläft oder den Raum betritt, denn dort kratzen viele Katzen am liebsten. Er sollte fest stehen und nicht wackeln, wenn sie sich daran streckt. Manche Katzen kratzen lieber senkrecht an einem Stamm, andere waagrecht auf einem Brett. Beobachten Sie, was Ihre Katze bevorzugt.

Möbel schützen, solange die Katze ihren Platz sucht

Bis Ihre Katze ihren Kratzplatz gefunden hat, landen die Krallen manchmal am Sofa oder am Türrahmen. Hier hilft eine Kratzschutzfolie. Die Folie von HomePetWorld ist transparent, selbstklebend und wird ohne Pins, Nägel oder Werkzeug angebracht. Es gibt sie unter anderem mit 4 Folien à 20 × 100 cm für Sofaseiten und Türen und mit 8 Folien à 20 × 50 cm.

Die Folie schützt die beklebte Fläche, kratzen möchte Ihre Katze trotzdem. Stellen Sie den Kratzplatz deshalb direkt daneben. Testen Sie Leder, Stoff, Lack oder Tapete zuerst an einer unauffälligen Stelle. Brauchen Sie den Schutz nicht mehr, ziehen Sie die Folie langsam ab; laut Beschreibung geht das in der Regel ohne Rückstände.

Kinder und andere Tiere: langsam kennenlernen

Kinder freuen sich oft so sehr, dass sie die Katze gleich auf den Arm nehmen möchten. Erklären Sie vorher, dass die Katze selbst entscheidet, wann sie Nähe will. Am besten setzen sich die Kinder ruhig auf den Boden und lassen die Katze kommen. Hochheben und Hinterherlaufen sind in den ersten Wochen tabu.

Leben schon ein Hund oder eine andere Katze bei Ihnen, beginnt das Kennenlernen über den Geruch. Tauschen Sie Decken zwischen den Tieren aus, bevor sie sich sehen, und halten Sie sie anfangs in getrennten Räumen. Die erste Begegnung findet in Ruhe statt, der Hund an der Leine. Geht es nicht voran, hilft eine Tierverhaltensberatung.

In Ruhe kennenlernen

Vier Begegnungen ohne Druck

  • Kinderruhig auf dem Boden sitzen und die Katze kommen lassen, nicht hochheben
  • Hunderst Decken tauschen, dann eine ruhige Begegnung mit dem Hund an der Leine
  • Andere Katzeanfangs getrennte Räume, Gerüche über Decken austauschen
  • Besuchin den ersten Wochen wenig Gäste, das Startzimmer bleibt Rückzugsort

Bürsten als kleine Übung

Bürsten ist für eine neue Katze anfangs ungewohnt. Nutzen Sie es als kleine Übung, sobald sie sich gern streicheln lässt. Für kurzes Fell ist der Kurzhaar-Striegel von HomePetWorld gedacht. Laut Produktbeschreibung nimmt er mit weichen Gumminoppen loses Fell und Schmutz auf, sein Griff aus Buchenholz hat eine Handschlaufe.

Beginnen Sie an Stellen, an denen sich Ihre Katze gern berühren lässt, etwa an Wangen und Rücken, und hören Sie nach wenigen Strichen auf, solange sie noch entspannt ist. Ein Leckerli danach macht die Übung angenehm. Hat Ihre Katze langes Fell, fragen Sie im Tierheim, wie sie bisher gepflegt wurde.

Der erste Termin in der Tierarztpraxis

Vereinbaren Sie bald nach dem Einzug einen ersten Termin in einer Tierarztpraxis. Nehmen Sie alle Unterlagen mit, die Sie vom Tierheim oder von den bisherigen Haltern bekommen haben. Was Ihre Katze an Impfungen, Kennzeichnung und Kastration braucht, besprechen Sie dort.

Üben Sie vorher ein wenig mit der Transportbox, etwa indem sie offen im Zimmer steht und ein Leckerli darin liegt. Notieren Sie, was Ihnen in den ersten Tagen auffällt, zum Beispiel beim Fressen oder auf dem Klo. Frisst Ihre Katze nicht, wirkt sie matt oder hat sie Durchfall, warten Sie nicht auf den Termin, sondern rufen Sie gleich an.

Katzen sind kein Überraschungsgeschenk

Eine Katze begleitet Sie viele Jahre. Sie braucht Zeit, Platz, Pflege und Geld für Futter und Tierarzt. Deshalb sollten alle, die mit ihr leben werden, die Entscheidung gemeinsam treffen. Als Überraschung unter dem Weihnachtsbaum ist eine Katze keine gute Idee, und viele Tierheime raten davon ab.

Wer zu den Feiertagen an eine Katze denkt, holt sie besser danach, wenn es zu Hause wieder ruhig ist. Dann haben Sie Zeit für die ersten Wochen, und die Katze kommt in einen gewohnten Alltag statt in Trubel und Besuch. Fragen zur Haltung beantworten Tierheim, Tierarztpraxis und Tierverhaltensberatung.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Produkte zum Thema