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Wenn die Katze an Möbeln kratzt: Gründe, Alternativen, Schutz
Warum Katzen kratzen, welche Kratzplätze sie annehmen, wie Sie Sofa, Türen und Tapete mit Folie schützen und warum Strafen nicht weiterhelfen.

Kratzen gehört dazu
Die Sofalehne ist aufgeraut, am Türrahmen hängen Fäden, und an der Tapete im Flur zeigen sich feine Striemen: Wer mit einer Katze lebt, kennt solche Spuren. Kratzen ist für Katzen kein schlechtes Benehmen. Es gehört zu ihrem normalen Verhalten, und sie brauchen es.
Dieser Ratgeber zeigt, warum Katzen kratzen, welche Kratzplätze sie annehmen und wie Sie Möbel, Türen und Wände abdecken, bis ein neuer Platz angenommen ist. Außerdem geht es um Strafen, die nicht weiterhelfen, und um den Weg in die Tierarztpraxis.
Warum Katzen kratzen
Katzen kratzen aus mehreren Gründen, oft aus allen zugleich. Beim Kratzen lösen sich die äußeren, alten Schichten der Krallen, darunter sind die neuen schon gewachsen. Gleichzeitig strecken sich die Tiere, gern direkt nach dem Aufwachen, und dehnen Rücken, Schultern und Beine.
Kratzen ist außerdem eine Botschaft. An den Pfoten sitzen Duftdrüsen, und jede Kratzspur hinterlässt neben dem sichtbaren Zeichen einen Geruch. Deshalb kehren Katzen zu denselben Stellen zurück. Manche Katzen kratzen auch, wenn sie sich freuen oder angespannt sind, etwa wenn Sie nach Hause kommen oder Besuch da ist.
Für Sie heißt das: Nicht das Kratzen ist das Problem, sondern der Ort.
Auf einen Blick
Vier Gründe, warum Katzen kratzen
- Krallen pflegenAlte Schichten der Krallen lösen sich, die neuen kommen zum Vorschein.
- Duft hinterlassenDrüsen an den Pfoten setzen an der Kratzstelle eine Duftmarke.
- StreckenNach dem Schlafen dehnt die Katze Rücken, Schultern und Beine.
- Aufregung abbauenFreude oder Anspannung, etwa wenn Sie heimkommen oder Besuch da ist.
Wo Katzen am liebsten kratzen
Katzen wählen gern Flächen, die fest stehen, etwas Widerstand bieten und gut erreichbar sind. Typisch sind Sofalehnen und Couchseiten, Möbelecken, Türrahmen und Wandstücke im Flur. Auch Teppiche, Läufer und raue Fußmatten werden oft bearbeitet.
Häufig liegen die Stellen an Wegen, die Ihre Katze jeden Tag nimmt, oder nahe ihrem Schlafplatz. Schauen Sie sich die vorhandenen Spuren genau an:
- In welcher Höhe sitzen die Kratzer?
- Kratzt Ihre Katze eher an senkrechten Flächen oder am Boden?
- Liegt die Stelle an einem Durchgang, am Fenster oder neben dem Liegeplatz?
Die Antworten zeigen Ihnen, welcher Kratzplatz passt und wohin er gehört.
Der passende Kratzplatz: senkrecht, waagrecht, standfest
Ein Kratzplatz muss zur Vorliebe Ihrer Katze passen. Wer am Türrahmen kratzt, mag es meist senkrecht, wer den Teppich bearbeitet, eher flach. Viele Katzen nutzen beides.
- Senkrecht: ein Kratzbaum oder eine Kratzsäule, hoch genug, damit sich Ihre Katze ganz ausstrecken kann.
- Waagrecht: ein Kratzbrett oder eine Kratzmatte, etwa aus Sisal, Pappe oder Holz.
- Standfest: Der Platz darf beim Kratzen nicht kippen, wackeln oder wegrutschen. Gibt er nach, kehren viele Katzen zum Sofa zurück.
Wählen Sie ein Material, das der bisherigen Lieblingsfläche ähnelt: Sisal für Katzen, die groben Sofastoff mögen, Pappe für Teppichkratzer.
Den Kratzplatz attraktiv machen
Ein Kratzplatz in der hintersten Ecke wird selten angenommen. Stellen Sie ihn dorthin, wo Ihre Katze bisher gekratzt hat, also direkt neben das Sofa oder an den Türrahmen. Weitere Plätze am Schlafplatz und an häufig genutzten Wegen helfen zusätzlich.
So machen Sie den neuen Platz interessant:
- Spielen Sie mit einer Federangel oder einem Band nahe am Kratzplatz, sodass die Krallen den Bezug wie zufällig treffen.
- Loben Sie Ihre Katze ruhig, wenn sie den Platz nutzt, und geben Sie ihr ein Leckerli.
- Reiben Sie den Platz mit einem Tuch ab, das nach Ihrer Katze riecht, etwa von ihrem Liegeplatz.
- Ersetzen Sie einen zerkratzten Kratzplatz nicht zu früh, denn die Spuren tragen ihren Duft.
Manche Katzen nehmen den neuen Platz sofort an, andere brauchen deutlich länger.
Möbel abdecken: was Kratzschutzfolie kann
Bis der neue Platz angenommen ist, brauchen die bisherigen Lieblingsstellen Schutz. Dafür gibt es Kratzschutzfolie. Die Folie von HomePetWorld ist laut Produktbeschreibung transparent und selbstklebend und wird ohne Pins, Nägel oder Werkzeug angebracht. Kratzt die Katze an der beklebten Stelle, greifen ihre Krallen nur in die Folie.
Wichtig ist, was die Folie nicht kann. Sie bewahrt die beklebte Fläche vor neuen Spuren, doch das Bedürfnis zu kratzen bleibt. Fehlt ein Kratzplatz in der Nähe, sucht sich Ihre Katze oft die nächste Stelle.
Ganz unsichtbar ist eine Folie nicht. Je nach Licht sehen Sie Kanten oder einen leichten Glanz, vor allem auf Lack und auf strukturiertem Stoff. Laut Beschreibung lässt sich die Folie in der Regel ohne Rückstände wieder abziehen. Das hängt auch davon ab, worauf sie klebt.
Folie anbringen Schritt für Schritt
Eine gute Vorbereitung entscheidet darüber, wie die Folie hält. So gehen Sie vor:
- Sehen Sie sich die Spuren an und legen Sie fest, welche Fläche abgedeckt werden soll. Die Folie sollte etwas über die zerkratzte Stelle hinausreichen.
- Wählen Sie das Format so, dass eine Folie oder wenige Folien die Stelle ganz abdecken.
- Wischen Sie Staub und Tierhaare von der Fläche, sonst liegt die Folie nicht überall auf.
- Kleben Sie bei Leder, Lack, Stoff oder Tapete zuerst eine kleine Probe an eine verdeckte Stelle und ziehen Sie diese nach einiger Zeit wieder ab.
- Beginnen Sie an einer Kante und streichen Sie die Folie mit der flachen Hand zur anderen Seite hin glatt. Drücken Sie sie danach fest an.
Ob sich die Folien zuschneiden lassen, nennt die Produktbeschreibung nicht. Nehmen Sie deshalb gleich das passende Format.
Schritt für Schritt
Kratzschutzfolie anbringen
- Stelle ansehenIn welcher Höhe und wie breit sind die Spuren?
- Format wählenDie Folie soll die Stelle ganz abdecken und etwas darüber hinausreichen.
- Fläche vorbereitenStaub und Tierhaare abwischen
- Probe klebenbei Leder, Lack, Stoff oder Tapete zuerst an verdeckter Stelle
- Aufklebenan einer Kante beginnen, glatt streichen, fest andrücken
Sofa, Tür, Tapete: welches Format wohin
Die Kratzschutzfolie gibt es in drei vorgeschnittenen Packungen. Sie unterscheiden sich im Maß je Folie und in der Stückzahl:
- 12 Folien mit je 20 × 30 cm passen zu vielen kleinen Stellen wie Möbelecken und Kanten.
- 8 Folien mit je 20 × 50 cm sind für mittlere Flächen gedacht, zum Beispiel Sofaseiten oder Türrahmen.
- 4 Folien mit je 20 × 100 cm decken lange Flächen ab, etwa die Seite eines Sofas, eine Tür oder ein Stück Wand.
Kratzt Ihre Katze vorn an der Sofalehne, genügen oft die kleinen Formate; bearbeitet sie die ganze Seite, nehmen Sie die langen Bahnen. Bei Tapete testen Sie den Kleber besonders sorgfältig, denn sie kann beim Abziehen leichter Schaden nehmen.
Drei Formate
Kratzschutzfolie: welche Packung wofür
- 12 Folienje 20 × 30 cmfür Möbelecken, Kanten und kleinere Stellen
- 8 Folienje 20 × 50 cmfür mittlere Flächen wie Sofaseiten und Türrahmen
- 4 Folienje 20 × 100 cmfür lange Flächen wie Sofaseiten, Türen und Wände
Was nicht hilft: Strafen und Schreckreize
Schimpfen, Anpusten, Wasserspritzer oder laute Geräusche bringen wenig. Ihre Katze verbindet die Strafe meist nicht mit dem Kratzen, sondern mit Ihnen oder mit der Situation. Viele Katzen kratzen dann heimlich, wenn niemand zusieht, oder sie werden ängstlich. Anspannung kann das Kratzen sogar verstärken.
Besser ist ein ruhiges Umlenken. Sehen Sie Ihre Katze am Sofa, locken Sie sie mit einem Spielzeug zum Kratzplatz und loben Sie sie dort. Das klappt selten beim ersten Mal.
Führen Sie die Pfoten Ihrer Katze auch nicht mit der Hand über den Kratzplatz. Das empfinden viele Katzen als unangenehm, und sie meiden den Platz danach eher.
Krallen und Pfoten: wann die Tierarztpraxis gefragt ist
Regelmäßiges Kratzen hält die Krallen in Form. Ändert sich das Verhalten, lohnt sich ein genauer Blick. Sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis, wenn Ihnen Folgendes auffällt:
- Ihre Katze kratzt plötzlich gar nicht mehr oder meidet Sprünge.
- Sie lahmt, hebt eine Pfote an oder leckt auffällig oft an den Pfoten.
- Eine Kralle ist abgebrochen, gerötet oder wächst in Richtung Ballen.
Vor allem ältere Katzen kratzen oft weniger, und ihre Krallen werden dann manchmal zu lang. Ob und wie die Krallen gekürzt werden, besprechen Sie in der Praxis. Kürzen Sie Krallen nicht ohne Anleitung, denn in der Kralle verlaufen Blutgefäße und Nerven.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Mietwohnung und Auszug: Spuren vermeiden
In einer Mietwohnung gehören Türen, Türrahmen und Tapeten zur Wohnung. Kratzspuren dort können beim Auszug zum Thema werden. Was im Einzelfall gilt, hängt vom Mietvertrag und von der Lage ab; bei Fragen helfen Mietervereine oder eine Rechtsberatung weiter.
Decken Sie gefährdete Stellen früh ab, solange noch keine Spuren da sind. Die selbstklebende Folie kommt ohne Nägel und Pins aus, Sie müssen also nichts bohren. Halten Sie vorhandene Spuren beim Einzug mit Fotos fest.
Vor dem Auszug ziehen Sie die Folie langsam und flach ab. Die Kratzplätze Ihrer Katze nehmen Sie mit und stellen sie in der neuen Wohnung wieder an Wege und Schlafplatz. Bekannte Plätze mit eigenem Duft erleichtern den Neuanfang.
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