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Kleidermotte oder Teppichkäfer? Löcher in Wolle und Teppich deuten

Woran Sie erkennen, ob Kleidermotten oder Teppichkäfer Löcher in Wolle und Teppich fressen, was eine Pheromonfalle dabei zeigt und was nicht und wie Sie Teppiche und Ritzen gründlich reinigen.

Stand: 6 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Kleidermotte oder Teppichkäfer? Löcher in Wolle und Teppich deuten

Löcher im Lieblingspullover

Sie ziehen den Wollpullover aus dem Schrank, und am Ärmel sind kleine Löcher. Im Teppich unter dem Sofa zeigt sich eine kahle Stelle. Der erste Gedanke gilt meist der Kleidermotte. Doch nicht jedes Loch in Wolle stammt von ihr: Auch die Larven des Teppichkäfers fressen Wolle, Haare und Federn.

Dieser Ratgeber hilft, die beiden Verdächtigen zu unterscheiden. Er beschreibt ihre Spuren, ihre Verstecke und was beide anzieht. Er erklärt, was eine Pheromonfalle für Kleidermotten zeigt und was nicht, wie Sie Teppich, Polster und Kleidung gründlich reinigen und wie Sie danach weiter beobachten. Am Ende steht, wann ein Schädlingsfachbetrieb weiterhilft.

Zwei Verdächtige: Kleidermotte und Teppichkäfer

Bei beiden richten nicht die erwachsenen Tiere den Schaden an, sondern die Larven. Die Falter der Kleidermotte sind klein, glänzen goldgelblich und scheuen das Licht. Ihre Larven leben in Textilien aus Wolle, Kaschmir, Seide und Pelz und spinnen dabei feine Fäden.

Teppichkäfer sind kleine, rundliche Käfer mit einem gemusterten Rücken. Die erwachsenen Käfer zieht es ans Licht, im Frühjahr sitzen sie oft an Fensterscheiben. Ihre behaarten Larven, umgangssprachlich Wollbären genannt, fressen Wolle, Haare, Federn und Teppiche aus Naturfasern. Sie spinnen keine Gespinste, hinterlassen aber leere Larvenhäute.

Zwei Verdächtige

Kleidermotte oder Teppichkäfer?

  • Kleidermotte

    • kleiner, goldgelblich glänzender Falter
    • Larven spinnen feine Gespinste und Hüllen
    • Krümel in der Farbe des Stoffs
    • Männchen fangen sich in der Pheromonfalle
  • Teppichkäfer

    • kleiner, rundlicher, gemusterter Käfer
    • behaarte Larven, Wollbär genannt
    • leere Larvenhäute, keine Gespinste
    • nicht in der Pheromonfalle

Gespinste sprechen für Motten, Larvenhäute ohne Gespinste eher für Teppichkäfer; im Zweifel bestimmt der Fachbetrieb die Art.

Spuren der Kleidermotte

Kleidermotten hinterlassen typische Spuren. Dazu gehören Fraßlöcher mit unregelmäßigem Rand, feine Gespinste und röhrenförmige Hüllen, in denen die Larven leben, oft an Nähten und in Falten. Dazu kommen winzige Kotkrümel, die ungefähr die Farbe des befallenen Stoffs haben.

Am liebsten fressen die Larven an dunklen, ruhigen Stellen und in getragener Kleidung, die nicht gewaschen wurde. Besonders betroffen sind Stücke, die lange hängen oder liegen, etwa Wintersachen im Sommer oder ein selten benutzter Teppich. Sehen Sie flatternde kleine Falter im Schrank, ist das ein weiterer Hinweis auf Kleidermotten. Schütteln Sie verdächtige Stücke draußen aus: Kleine, weißliche Larven mit dunklem Kopf zwischen den Fasern gehören meist zur Kleidermotte.

Spuren des Teppichkäfers

Beim Teppichkäfer fehlen die Gespinste. Stattdessen finden Sie oft leere, bräunliche Larvenhäute, die nach den Häutungen zurückbleiben. Sie liegen dort, wo die Larven fressen: unter Möbeln, an Teppichkanten, in Ritzen und in Polsterfalten. Die Löcher in Wolle sind meist klein und über das Stück verteilt.

Ein weiterer Hinweis sind kleine, rundliche Käfer an der Fensterbank oder an der Scheibe, vor allem im Frühjahr. Die Larven selbst sind behaart, bräunlich und bewegen sich langsam. Weil die Arten sich ähneln, lohnt es sich bei Zweifeln, einen Fund zu fotografieren oder in einem verschlossenen Glas aufzubewahren, damit ein Fachbetrieb ihn bestimmen kann.

Was beide anzieht: Wolle, Haare, Staub, Ruhe

Kleidermotten und Teppichkäfer ernähren sich von Keratin, einem Eiweiß aus Wolle, Haaren, Federn und Fell. Deshalb fressen sie Wollpullover, Kaschmirschals, Pelzbesätze, Daunen und Teppiche aus Naturfasern. Reine Kunstfasern sind für sie weniger interessant, Mischgewebe und verschmutzte Stoffe werden aber ebenfalls angefressen.

Beide finden Nahrung auch in Staub, Flusen und Tierhaaren, die sich in Ecken und unter Möbeln sammeln. Sie lieben Ruhe: Stellen, die selten bewegt, gesaugt oder gelüftet werden, sind für sie ideal. Regelmäßiges Saugen und Bewegen von Textilien nimmt ihnen diese Rückzugsorte.

Umgeschlagene Teppichkante unter einem hellen Sofa, daneben eine Taschenlampe
Schlagen Sie Teppichkanten um und leuchten Sie mit einer Taschenlampe unter Möbel und in Ritzen.

Verstecke: unter Möbeln, Teppichkanten, Ritzen

Die Larven beider Arten verstecken sich dort, wo es dunkel und ruhig ist. Schauen Sie unter Sofa, Bett und Schränke, hinter Heizkörper und Regale. Schlagen Sie Teppichkanten um und sehen Sie sich die Unterseite an, besonders an Stellen, an denen schwere Möbel stehen.

Auch Fugen an Fußleisten und zwischen Dielen, Schrankböden und Polsterfalten sind beliebte Verstecke. Nehmen Sie eine Taschenlampe zu Hilfe und notieren Sie, wo Sie Larven, Häute, Gespinste oder Krümel finden. Diese Liste hilft beim Reinigen und später beim Nachkontrollieren. Denken Sie auch an selten genutzte Räume wie Gästezimmer oder Abstellkammer, in denen Teppiche und Wollsachen lange unberührt liegen.

Hier nachsehen

Wo sich Larven gern verstecken

Unter Möbeln

  • unter Sofa, Bett und Schrank
  • hinter Heizkörpern und Regalen

Teppich

  • Kanten, Fransen und Unterseite
  • Stellen unter schweren Möbeln

Ritzen und Ecken

  • Fugen an Fußleisten und Dielen
  • Schrankböden und Polsterfalten

Am Fenster

  • Fensterbänke im Frühjahr
  • kleine Käfer an der Scheibe

Die Pheromonfalle: was sie zeigt und was nicht

Monitoring-Klebefallen dienen dem Nachweis von Schädlingen, einen Befall beenden sie nicht. Die Kleidermottenfalle von HomeBugProtect arbeitet mit einem Pheromon, das laut Produktbeschreibung männliche Kleidermotten anlockt. Die Falter bleiben auf der Klebefläche haften. So zeigt die Falle, ob Kleidermotten im Schrank oder im Raum aktiv sind.

Teppichkäfer fängt sie nicht, und auch die Larven beider Arten erreicht sie nicht. Bleibt die Falle leer, obwohl neue Löcher auftauchen, kann das deshalb auf Teppichkäfer hindeuten. In der Packung sind 6 Fallen, so können Sie Schrank, Garderobe und das Zimmer mit dem Teppich getrennt beobachten. Stellen Sie sie außer Reichweite von Kindern und Haustieren auf.

Teppich und Polster gründlich reinigen

Bei beiden Schädlingen zählt vor allem eines: gründliches Saugen. Rücken Sie Möbel ab, damit Sie an Boden und Kanten kommen. Schlagen Sie Teppichränder um und saugen Sie beide Seiten. Mit der schmalen Düse erreichen Sie Fugen, Dielen, Fußleisten und Polsterfalten.

Bringen Sie den Staubsaugerbeutel sofort nach dem Saugen verschlossen nach draußen, denn Eier und Larven können darin überleben. Wiederholen Sie das Saugen in der Zeit danach mehrmals. Große oder wertvolle Teppiche geben Sie am besten in eine Fachreinigung. Ob Polstermöbel gereinigt werden können, erfahren Sie beim Hersteller oder einer Polsterreinigung.

Schritt für Schritt

Teppich und Polster gründlich reinigen

  1. Möbel abrückenSofa, Schrank und Bett vorziehen, damit Sie an Boden und Kanten kommen
  2. Kanten und UnterseiteTeppichränder umschlagen und beide Seiten gründlich absaugen
  3. Fugen und Fußleistenmit der schmalen Düse Ritzen, Dielen und Polsterfalten saugen
  4. Beutel entsorgenden Staubsaugerbeutel sofort verschlossen nach draußen bringen
  5. Beobachtendie Stellen in der Zeit danach wieder ansehen und Funde notieren

Kleidung waschen, lüften und trennen

Befallene Kleidung waschen Sie so, wie es das Pflegeetikett erlaubt. Stücke, die nicht in die Maschine dürfen, gehen in die Reinigung. Bürsten und lüften Sie Wollsachen, die Sie nicht waschen können, gründlich im Freien aus. Stark zerfressene Stücke entsorgen Sie am besten verschlossen.

Trennen Sie gereinigte Kleidung von allem, was Sie noch nicht geprüft haben. Lagern Sie Wolle nur sauber, in dicht schließenden Beuteln oder Boxen. Bewegen und lüften Sie Kleidung, die lange hängt, ab und zu. Wie Sie Wintersachen einlagern, beschreibt unser Ratgeber zum Saisonwechsel im Kleiderschrank.

Danach: beobachten und nachkontrollieren

Nach der Reinigung beginnt das Beobachten. Lassen Sie die Kleidermottenfalle stehen und sehen Sie regelmäßig nach. Werden es weniger Falter und bleibt die Falle schließlich leer, spricht das dafür, dass Ihre Maßnahmen wirken. Ein Beweis, dass keine Larven mehr fressen, ist das nicht.

Sehen Sie sich deshalb auch die Stellen auf Ihrer Liste wieder an: Teppichkanten, Möbelunterseiten, Schrankböden. Achten Sie im Frühjahr auf kleine Käfer an Fensterbänken. Wiederholen Sie das Saugen und kontrollieren Sie eingelagerte Wolle, bevor Sie sie wieder tragen. Halten Sie bei jeder Kontrolle fest, was Sie finden, dann sehen Sie, ob sich etwas verändert.

Wann der Fachbetrieb hilft

Entstehen trotz gründlicher Reinigung immer neue Löcher, finden Sie viele Larven oder Häute oder sind Teppiche und Polster an mehreren Stellen betroffen, holen Sie einen Schädlingsfachbetrieb. Er bestimmt, ob Kleidermotten, Teppichkäfer oder andere Arten am Werk sind, und legt das weitere Vorgehen fest.

Ein Mittel speziell für Teppichkäfer nennen wir hier bewusst nicht, denn welche Maßnahme passt, hängt von Art und Umfang des Befalls ab. Halten Sie für den Termin Fotos, gesammelte Funde und Ihre Liste mit den Fundstellen bereit. So kann der Fachbetrieb schnell einschätzen, was zu tun ist.

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