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Feuchte Räume: richtig lüften, heizen, entfeuchten

Wie Feuchtigkeit in der Wohnung entsteht, woran Sie Warnzeichen erkennen, wie Sie richtig lüften und heizen und wann ein Luftentfeuchter ohne Strom oder Fachleute helfen.

Stand: 7 Min. Lesezeitjoyous Redaktion

Feuchte Räume: richtig lüften, heizen, entfeuchten

Wie Schimmel in der Wohnung entsteht

In jeder Wohnung entsteht täglich Feuchtigkeit: beim Duschen und Kochen, beim Wäschetrocknen, durch Pflanzen und durch die Atemluft. Solange regelmäßig gelüftet wird, zieht sie wieder ab. Schwierig wird es dort, wo die Luft kaum zirkuliert oder Wände kühl sind. Warme, feuchte Luft kühlt an kalten Flächen ab, und das Wasser schlägt sich als Kondenswasser nieder, an Fensterscheiben, in Zimmerecken oder hinter Schränken.

Bleiben solche Stellen länger feucht, finden Schimmelpilze dort, was sie brauchen. Drei Dinge kommen dabei zusammen: Feuchtigkeit, eine kühle Fläche und ein Untergrund wie Tapete, Putz oder Silikonfuge. An allen drei Stellschrauben können Sie im Alltag drehen, vor allem an der Feuchtigkeit. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie richtig lüften und heizen, wo ein Luftentfeuchter ohne Strom helfen kann und wann Fachleute gefragt sind.

Warnzeichen früh erkennen

Schimmel kündigt sich oft an, bevor dunkle Flecken sichtbar werden. Achten Sie vor allem in der kalten Jahreszeit auf diese Zeichen:

  • Fensterscheiben, die morgens von innen beschlagen, und Wasser, das sich am Fensterrahmen sammelt,
  • feuchte oder leicht dunkle Stellen in Zimmerecken, an Außenwänden und hinter Möbeln,
  • ein muffiger Geruch in Schlafzimmer, Keller oder Abstellraum,
  • Handtücher, Bettwäsche oder Kleidung im Schrank, die sich klamm anfühlen,
  • dunkle Punkte in Silikonfugen von Dusche und Badewanne.

Je früher Sie solche Zeichen bemerken, desto einfacher lässt sich gegensteuern. Oft genügt es dann, das Lüften und Heizen umzustellen.

Richtig lüften: weit auf statt gekippt

Lüften bringt die feuchte Raumluft nach draußen und trockenere Luft herein. Am wirkungsvollsten ist das Stoßlüften: Sie öffnen die Fenster für einige Minuten ganz und schließen sie danach wieder. Noch schneller geht es mit Querlüften, wenn Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen und so Durchzug entsteht.

Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht die Luft dagegen nur langsam aus. In der kalten Jahreszeit kühlen dabei vor allem die Wände rund um das Fenster aus, und gerade dort schlägt sich später Feuchtigkeit nieder. Außerdem geht viel Heizwärme verloren. Drehen Sie die Heizung während des Stoßlüftens herunter und danach wieder auf.

Wie oft und wie lange Sie lüften sollten, hängt von Jahreszeit, Wetter und Nutzung der Räume ab. Im Winter reichen kürzere Zeiten, weil die kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit trägt; im Sommer braucht es länger.

Auf einen Blick

Stoßlüften oder Kippfenster?

  • Stoßlüften

    • Ja: Fenster für einige Minuten ganz offen
    • Ja: Feuchte Luft zieht zügig ab
    • Ja: Wände kühlen kaum aus
    • Ja: Mit Querlüften noch schneller
  • Dauerhaft gekippt

    • Nein: Luft tauscht sich nur langsam aus
    • Nein: Wände am Fenster kühlen aus
    • Nein: Viel Heizwärme geht verloren

Mehrmals am Tag kurz und weit lüften bringt mehr als ein Fenster, das den ganzen Tag gekippt bleibt.

Lüften im Tagesverlauf

Feuchtigkeit entsteht nicht gleichmäßig über den Tag, sondern in Schüben. Lüften Sie deshalb gezielt dann, wenn viel davon anfällt:

  • Morgens nach dem Aufstehen, besonders im Schlafzimmer, in dem sich über Nacht Feuchtigkeit aus der Atemluft gesammelt hat.
  • Direkt nach dem Duschen oder Baden, bei geschlossener Badezimmertür, damit die feuchte Luft nicht in die Wohnung zieht.
  • Beim Kochen und danach, am besten mit Deckel auf den Töpfen und eingeschalteter Dunstabzugshaube.
  • Wenn Wäsche in der Wohnung trocknet, mehrmals am Tag.
  • Abends vor dem Schlafengehen noch einmal kurz und weit.

Wer tagsüber nicht zu Hause ist, lüftet morgens und abends gründlich und stellt wasserreiche Tätigkeiten wie Wäschetrocknen möglichst auf die Zeiten, in denen jemand lüften kann.

Durch den Tag

Wann Lüften am meisten bringt

  1. Morgens Schlafzimmer lüftenFeuchtigkeit aus der Atemluft der Nacht hinauslassen
  2. Nach dem Duschen Bad lüftenTür zur Wohnung geschlossen halten, Fliesen abziehen
  3. Beim Kochen Deckel und Dunstabzugdanach kurz und weit lüften
  4. Beim Wäschetrocknen Mehrmals lüftenin einem beheizten Raum mit geschlossener Tür
  5. Abends Noch einmal weit aufvor dem Schlafengehen kurz und weit lüften

Heizen: Räume nicht auskühlen lassen

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Kühlt ein Raum stark aus, schlägt sich die Feuchtigkeit an den kältesten Flächen nieder. Heizen Sie deshalb alle Räume, die Sie nutzen, möglichst gleichmäßig, auch das Schlafzimmer, und drehen Sie die Heizung in der kalten Jahreszeit in keinem Raum ganz ab.

Lassen Sie die Türen zu kühleren Räumen geschlossen. Wer ein kühles Schlafzimmer mit warmer Luft aus dem Wohnzimmer temperiert, bringt mit der warmen Luft auch deren Feuchtigkeit hinein, die sich dann an den kalten Wänden niederschlägt. Halten Sie Heizkörper frei: Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen davor verhindern, dass die Wärme den Raum erreicht.

Möbel, Außenwände und Ecken

Hinter großen Möbeln an Außenwänden zirkuliert kaum Luft, und die Wand bleibt dort kühler als im übrigen Raum. Das sind typische Stellen, an denen Schimmel unbemerkt entsteht. Rücken Sie Schränke, Betten und Sofas deshalb ein paar Fingerbreit von der Außenwand ab oder stellen Sie große Möbel bevorzugt an Innenwände.

Werfen Sie ab und zu einen Blick hinter die Möbel und in die Ecken, besonders im Schlafzimmer und in selten genutzten Räumen. Überfüllte Schränke an Außenwänden lüften Sie gelegentlich, indem Sie die Türen eine Weile offen lassen.

Bad und Küche

Im Bad entsteht in kurzer Zeit besonders viel Feuchtigkeit. Ziehen Sie nach dem Duschen Fliesen und Duschwand mit einem Abzieher ab und wischen Sie Wasserreste in der Wanne auf. Hängen Sie Handtücher und Badematten ausgebreitet zum Trocknen auf, statt sie zusammengelegt liegen zu lassen. Hat Ihr Bad kein Fenster, lassen Sie den Lüfter nach dem Duschen ausreichend lange laufen.

In der Küche helfen Topfdeckel und eine Dunstabzugshaube, die nach draußen führt oder deren Filter regelmäßig gewechselt wird. Wischen Sie Wasser auf Fensterbänken und Rahmen ab, wenn die Scheiben nach dem Kochen beschlagen sind.

Wäsche in der Wohnung trocknen

Nasse Wäsche gibt beim Trocknen viel Wasser an die Raumluft ab. Wenn möglich, trocknen Sie sie draußen, auf dem Balkon oder in einem Trockenraum. Muss die Wäsche in der Wohnung trocknen, wählen Sie einen gut beheizten Raum, schließen die Tür zu den übrigen Zimmern und lüften mehrmals am Tag.

Das Schlafzimmer ist für den Wäscheständer weniger geeignet, weil dort ohnehin über Nacht Feuchtigkeit entsteht und es meist kühler ist als andere Räume. Schleudern Sie die Wäsche in der Waschmaschine kräftig, dann bringt sie weniger Wasser mit.

Messen statt raten: das Hygrometer

Ob ein Raum zu feucht ist, lässt sich mit dem Gefühl schlecht einschätzen. Ein Hygrometer zeigt Ihnen die relative Luftfeuchtigkeit an. Es kostet wenig Platz und hilft, die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen: Steigt der Wert nach dem Duschen oder Kochen stark an und sinkt er nur langsam, lüften Sie länger oder öfter.

Stellen Sie das Hygrometer nicht direkt neben Heizkörper, Fenster oder Dusche, sondern an eine Innenwand in Raummitte. Beobachten Sie die Werte über einige Tage und zu verschiedenen Tageszeiten. Welche Werte in Ihrer Wohnung angemessen sind, hängt auch von Bauweise und Jahreszeit ab; im Zweifel fragen Sie Ihre Vermieterin, Ihren Vermieter oder eine Energieberatung.

Weit geöffnetes Badfenster nach dem Duschen
Steigt die Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen oder Kochen stark an, lüften Sie länger oder öfter.

Luftentfeuchter ohne Strom als Ergänzung

In kleinen Räumen mit wenig Luftzirkulation kann ein Luftentfeuchter ohne Strom zusätzlich helfen, etwa im Bad ohne Fenster, im Abstellraum, im Keller oder im Wohnwagen. Bei den Geräten von HomeLuxWorld bindet ein Granulatbeutel mit 680 g Feuchtigkeit aus der Luft. Je nach Raumklima wirkt er bis zu 3 Monate, danach setzen Sie einen neuen Beutel ein. Gedacht sind die Geräte für Räume bis ca. 20 m². Sie arbeiten ohne Steckdose und ohne Geräusche.

Ein solches Gerät nimmt einen Teil der Feuchtigkeit auf, ersetzt aber weder das Lüften noch das Heizen. Stellen Sie es so auf, dass Kinder und Haustiere nicht an Gerät und Granulat gelangen. Bei einem Wasserschaden, bei undichten Leitungen oder bei Feuchtigkeit, die aus dem Mauerwerk kommt, reicht ein Luftentfeuchter ohne Strom nicht aus.

Zum Abhaken

Der Feuchte-Check für Ihre Wohnung

Lüften

  • Mehrmals am Tag kurz und weit
  • Nach Duschen und Kochen sofort
  • Fenster nicht dauerhaft kippen

Heizen

  • Genutzte Räume gleichmäßig heizen
  • Türen zu kühleren Räumen schließen
  • Heizkörper frei halten

Möbel und Wände

  • Große Möbel mit Abstand zur Außenwand
  • Ecken und Rückwände ab und zu prüfen

Bad und Wäsche

  • Fliesen nach dem Duschen abziehen
  • Handtücher ausgebreitet trocknen
  • Wäsche möglichst draußen trocknen

Wenn Schimmel schon sichtbar ist

Ist bereits Schimmel zu sehen, geht es zuerst um die Ursache. Lässt sich die Feuchtigkeit mit Lüften und Heizen nicht erklären, kann ein baulicher Grund dahinterstecken, etwa eine undichte Leitung, eine schlecht gedämmte Stelle in der Wand oder Feuchtigkeit von außen. Größere Flächen und Schimmel, der immer wiederkommt, lassen Sie bitte fachkundig beurteilen, zum Beispiel durch einen Fachbetrieb.

Wohnen Sie zur Miete, informieren Sie Ihre Vermieterin oder Ihren Vermieter möglichst bald und am besten schriftlich, mit Fotos und Datum. Wischen Sie Schimmel nicht trocken ab und kratzen Sie ihn nicht ab, weil dabei Sporen in die Raumluft gelangen. Haben Sie Beschwerden, die Sie mit der Feuchtigkeit in Verbindung bringen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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