Magazin · Schädlinge
Gebraucht gekauft: Möbel, Kleidung und Bücher auf Schädlinge prüfen
Worauf Sie bei gebrauchten Möbeln, Matratzen, Kleidung, Teppichen und Büchern achten, um Bettwanzen, Kleidermotten oder Silberfische früh zu entdecken, und wie Sie Fundstücke zu Hause prüfen.

Gebraucht kaufen: mit Blick fürs Detail
Ein Sessel vom Flohmarkt, ein Wollmantel aus dem Second-Hand-Laden, eine Kiste Bücher aus einer Kleinanzeige: Gebrauchte Dinge haben ihren Reiz und oft eine Geschichte. Manchmal reist aber etwas mit, das niemand haben möchte. In Polstern, Wolle, Kartons und Geräten können sich kleine Tiere verstecken, die Sie erst zu Hause bemerken.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Mitbewohner mit gebrauchten Dingen reisen können und worauf Sie vor dem Kauf achten. Er geht Polstermöbel und Matratzen, Schränke, Kleidung und Teppiche, Bücher und Küchengeräte durch und erklärt, wie Sie Fundstücke zu Hause prüfen, waschen und absaugen. Am Ende geht es um Fallen als Kontrolle und um den Moment, in dem ein Fachbetrieb gefragt ist.
Wer mitreisen kann: Bettwanzen, Motten, Fischchen, Schaben
Bettwanzen verstecken sich tagsüber in Ritzen und Nähten, gern in Matratzen, Polstermöbeln und Bettgestellen. Kleidermotten legen ihre Eier in Wolle, Kaschmir, Pelz und Teppiche aus Naturfasern, ihre Larven fressen die Löcher. Papierfischchen, Verwandte der Silberfischchen, leben gern in Kartons und zwischen Papier; Silberfischchen brauchen dagegen feuchte Räume.
Schaben werden laut Produktdaten oft mit Kartons, Verpackungen oder gebrauchten Geräten eingeschleppt, denn in warmen Geräten finden sie gute Verstecke. Mit dem Wissen, wo die Tiere sitzen, sehen Sie beim Kauf an den richtigen Stellen nach.
Wer mitreist
Wer womit reist und woran Sie es erkennen
-
Bettwanze
- Polster, Matratzen, Bettgestelle
- dunkle Punkte an Nähten und Ritzen
- kleine Blutflecken, helle Häute
-
Kleidermotte
- Wolle, Kaschmir, Pelz, Teppiche
- Fraßlöcher und feine Gespinste
- röhrenförmige Larvenhüllen
-
Silber- und Papierfischchen
- Bücher, Kartons, Papier
- angefressene Seitenränder und Einbände
- silbrige Tiere, vor allem nachts
Wer weiß, wo die Tiere sitzen, sieht vor dem Kauf an den richtigen Stellen nach.
Vor dem Kauf: genau hinsehen
Nehmen Sie sich Zeit und sehen Sie sich ein Stück bei Tageslicht an, nicht im Halbdunkel eines Kellers. Eine kleine Taschenlampe hilft, in Nähte, Falten und Fugen zu leuchten. Achten Sie auf dunkle Punkte, Blutflecken, Löcher, feine Gespinste und angefressene Stellen.
Fragen Sie, wo das Stück zuletzt stand und warum es verkauft wird. Möbel, die lange auf einem feuchten Dachboden oder in einer Garage lagerten, sehen Sie besonders gründlich an. Kartons nehmen Sie nicht mit, sondern packen die Dinge vor Ort in eigene, saubere Taschen oder Beutel um.
Vor dem Kauf
Hier sehen Sie genau hin
Polster und Betten
- Nähte, Falten und Ritzen mit der Taschenlampe ansehen
- dunkle Punkte oder Blutflecken?
Wolle und Teppiche
- Löcher, Gespinste, Larvenhüllen?
- Unterseite und Fransen prüfen
Bücher und Papier
- Seitenränder und Einband ansehen
- Kartons beim Verkäufer lassen
Nachfragen
- Wo stand das Stück zuletzt?
- Warum wird es verkauft?
Polstermöbel, Matratzen und Bettgestelle
Bei Sofas, Sesseln, Matratzen und Betten schauen Sie vor allem nach Bettwanzen. Typisch sind dunkle, punktförmige Flecken an Nähten und Holz, kleine Blutflecken auf dem Bezug und abgestreifte, helle Häute. Leuchten Sie die Nähte der Matratze ab, besonders am Kopfende, und sehen Sie in die Falten der Polster.
Bettgestelle haben viele Fugen und Schraublöcher, in denen sich die Tiere verstecken können. Nehmen Sie sie wenn möglich auseinander und sehen Sie sich die Ecken an. Eine gebrauchte Matratze ist ein besonderer Fall: Sie ist schwer zu prüfen und kaum zu reinigen. Überlegen Sie deshalb gut, ob Sie sie mitnehmen.
Schränke, Kommoden und Holzmöbel
Ziehen Sie alle Schubladen heraus und schauen Sie in Ecken, Fugen und an die Rückwand. In Schränken, in denen lange Wollsachen lagen, finden Sie manchmal Gespinste oder röhrenförmige Larvenhüllen von Kleidermotten. Krümel in der Farbe des Stoffs sind ebenfalls ein Hinweis.
Viele kleine, runde Löcher im Holz und feines Holzmehl darunter sprechen eher für holzbewohnende Käfer. Ein solches Möbelstück lassen Sie besser von Fachleuten ansehen, bevor es in die Wohnung kommt. Saugen Sie gekaufte Schränke vor dem Einräumen gründlich aus, auch Schubladenführungen und Regalbodenlöcher.
Kleidung, Wolle und Teppiche
Gebrauchte Pullover, Mäntel und Schals aus Wolle, Kaschmir oder Seide sind für Kleidermotten besonders interessant. Halten Sie Stücke gegen das Licht und suchen Sie nach kleinen Löchern, vor allem an Kragen, Ärmeln und Nähten. Feine Gespinste und röhrenförmige Hüllen in Falten verraten Larven.
Bei Teppichen drehen Sie die Kanten um und sehen sich die Unterseite und die Fransen an. Kahle Stellen im Flor und Krümel darunter sind ein Warnzeichen. Löcher in Wolle können auch von Teppichkäfern stammen; wie Sie die beiden unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zu Kleidermotte und Teppichkäfer.
Bücher, Kartons und Papier
Alte Bücher, Zeitschriften und Fotoalben aus Keller oder Dachboden sind ein Zuhause für Papierfischchen. Sie fressen Papier, Bucheinbände und Tapeten an, und anders als Silberfischchen kommen sie auch in trockenen Wohnräumen vor. Blättern Sie Bücher vor dem Kauf durch und achten Sie auf angefressene Seitenränder und silbrig glänzende Tiere.
Kartons sind für viele kleine Tiere ein idealer Unterschlupf, denn sie bieten Ritzen und Wärme. Lassen Sie sie beim Verkäufer und transportieren Sie Bücher in eigenen Taschen oder Kisten aus Kunststoff. Zu Hause stellen Sie neue Bücher zunächst getrennt vom Regal ab und sehen sie in Ruhe durch.
Küchengeräte aus zweiter Hand
Toaster, Kaffeemaschinen, Mikrowellen und andere Geräte sind innen warm und haben viele Spalten. Genau solche Stellen mögen Schaben. Sehen Sie sich gebrauchte Geräte von allen Seiten an, auch von unten und in die Lüftungsschlitze, bevor Sie sie kaufen.
Achten Sie auf kleine, dunkle Krümel, die an gemahlenen Pfeffer erinnern, und auf leere Eipakete oder Häutungsreste. Ein muffiger Geruch ist ebenfalls ein Hinweis. Reinigen Sie gekaufte Geräte gründlich, bevor Sie sie in die Küche stellen, und achten Sie in der Zeit danach darauf, ob sich nachts etwas regt.
Zu Hause: erst prüfen, dann hereinholen
Bringen Sie Fundstücke nicht sofort ins Schlafzimmer oder in den Kleiderschrank. Sehen Sie sie zuerst im Flur, auf dem Balkon oder vor der Tür auf einem hellen Boden an, auf dem Sie kleine Tiere leicht erkennen. Polstermöbel prüfen Sie dort noch einmal mit der Taschenlampe.
Kleidung und Textilien kommen am besten gleich in die Waschmaschine oder, bis Sie sie waschen können, in einen verschlossenen Beutel. Möbel saugen Sie gründlich ab, Bücher blättern Sie durch. Erst wenn Sie nichts Verdächtiges gefunden haben, bekommen die neuen Stücke ihren Platz in der Wohnung.
Schritt für Schritt
Fundstücke zu Hause prüfen
- Draußen ansehenim Flur, auf dem Balkon oder vor der Tür auf hellem Boden
- Textilien waschendirekt in die Maschine, nach den Angaben des Pflegeetiketts
- Möbel absaugenNähte, Ritzen und Fugen mit der schmalen Düse, auch Rückseite und Schubladen
- Beutel entsorgenden vollen Beutel gleich verschlossen in die Tonne draußen
- Falle aufstellenKleidermotten- oder Silberfischfalle in die Nähe stellen, außer Reichweite von Kindern und Haustieren, Datum notieren
Waschen, absaugen, Abwehrspray laut Etikett
Waschen Sie gebrauchte Kleidung so heiß, wie das Pflegeetikett erlaubt, und trocknen Sie sie im Trockner, wenn das Etikett es zulässt. Was nicht in die Maschine darf, geben Sie in die Reinigung. Saugen Sie Polster, Nähte und Fugen mit einer schmalen Düse ab und bringen Sie den Staubsaugerbeutel gleich verschlossen in die Tonne draußen.
Für Textilien und Polster gibt es Abwehrsprays der Produktart PT19, die Bettwanzen von behandelten Flächen fernhalten sollen. Welche Stoffe Sie behandeln dürfen und wie viel Sie sprühen, steht allein auf dem Etikett. Ein solches Spray im Sortiment trägt das Signalwort Achtung und ist laut Gefahrenhinweis H410 sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Es darf nicht in die Hände von Kindern gelangen und gehört unter Verschluss. Atmen Sie den Sprühnebel nicht ein und lassen Sie das Mittel nicht in die Umwelt gelangen. Einen festgestellten Befall beendet ein Abwehrspray nicht.
Fallen als Kontrolle und wann der Fachbetrieb kommt
Hinweise darauf, ob doch etwas mitgekommen ist, geben Monitoring-Fallen. Sie dienen dem Nachweis und machen sichtbar, ob sich Tiere zeigen; einen Befall beenden sie nicht. Eine Kleidermottenfalle im Schrank mit den gebrauchten Wollsachen zeigt, ob männliche Falter fliegen. Eine Silberfischfalle in der Nähe des Bücherregals erfasst Silber- und Papierfischchen. Stellen Sie beide außer Reichweite von Kindern und Haustieren auf.
Eine leere Falle ist allerdings kein Beleg, dass nichts mitgereist ist. Für Bettwanzen gibt es in unserem Sortiment keine Falle. Bei jedem begründeten Verdacht auf Bettwanzen, bei Schaben und bei Papierfischchen in mehreren Räumen ist ein Schädlingsfachbetrieb die richtige Adresse. In einer Mietwohnung informieren Sie zusätzlich die Vermietung.
Produkte zum Thema
- BiozidBettwanzen Spray 500ml – für Textilien & MöbelBiozidprodukt · Signalwort: Achtung 4,44,4 von 5 Sternen, 21 Bewertungen4.4
Angebot€17,90 (€35,80/l) - Kleidermottenfalle, 6 Stück – giftfreie Klebefalle 4,64,6 von 5 Sternen, 8 Bewertungen4.6
Angebot€12,90
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.








